Liebe Leserinnen und Leser,
Europa will stärker gegen Telefonbetrug, manipulierte Rufnummern und unerwünschte Werbeanrufe vorgehen und das ist richtig. Der geplante Digital Networks Act könnte dabei allerdings auch Unternehmen treffen, die sich an die Regeln halten. Genau davor warnt der europäische Dialogmarketing-Dachverband FEDMA. Im Zuge der europäischen Neuordnung steht auch zur Debatte, unter welchen Voraussetzungen Verbraucher künftig telefonisch angesprochen werden dürfen. Deutschland setzt bereits auf vorherige Einwilligung, Frankreich inzwischen ebenfalls. Andere Länder wie Finnland arbeiten weiterhin mit einem Widerspruchsmodell.
Ich halte wenig davon, seriöses Telefonmarketing und betrügerische Anrufe regulatorisch in denselben Topf zu werfen. Wer Rufnummern manipuliert, Menschen täuscht oder sie mit Anrufen bombardiert, gehört konsequent bekämpft. Dafür gibt es technische Möglichkeiten: Caller-ID-Verifizierung, Authentifizierung von Anrufern und Maßnahmen gegen Spoofing gehören ausdrücklich zu den Vorschlägen der FEDMA. Eine pauschale Verschärfung der Regeln für telefonische Kundenansprache wäre dagegen der bequemere, aber nicht unbedingt der bessere Weg. Sie könnte auch Mittelständler, Verbände oder gemeinnützige Organisationen treffen, deren legitime Kommunikation mit Betrug wenig zu tun hat.
Eine gute und vor allem marktgerechte Regulierung muss eindeutig unterscheiden können. Sie muss klar nachvollziehbare Grenzen ziehen zwischen Belästigung und berechtigtem Kontakt und auch zwischen Betrug und Dialog. Der Digital Networks Act wird zeigen, ob Europa diese Trennschärfe gelingt.
Mehr dazu - sowie alle anderen Schlagzeilen der vergangenen zwei Wochen - erfahren Sie wie immer in Ihren CallCenterNews. Viele interessante Erkenntnisse wünscht,
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