Japan geht gegen Betrugsanrufe mit internationalen Rufnummern vor

Internationale Rufnummern spielen bei Telefonbetrug in Japan eine immer größere Rolle. Die japanische Polizeibehörde NPA wirbt deshalb verstärkt dafür, entsprechende Anrufe zu blockieren. Eine landesweite Kampagne soll insbesondere Verbraucher schützen, die keine Telefonate aus dem Ausland erwarten.
Nach Angaben der NPA entfielen 2025 rund 75,5 Prozent der Rufnummern, die bei sogenannten Spezialbetrugsfällen eingesetzt wurden, auf internationale Telefonnummern. Zu erkennen sind diese beispielsweise an Ländervorwahlen wie „+1“ oder „+44“.
Bei Festnetzanschlüssen können Verbraucher internationale ein- und ausgehende Telefonate kostenlos sperren lassen. Die japanische Polizei unterstützt insbesondere ältere Menschen bei der Antragstellung. Für Smartphones empfiehlt die Behörde unter anderem Anwendungen, die verdächtige Telefonnummern erkennen und Anrufe blockieren können. Bis Ende Juli wurden die von der NPA empfohlenen Apps rund 1,91 Millionen Mal heruntergeladen.
Betrugsschäden steigen deutlich
Der Handlungsdruck ist hoch. Bis Ende Juli 2026 registrierten die japanischen Behörden 26.051 Fälle von Spezialbetrug. Das waren 16,6 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Schadenssumme stieg um 42,9 Prozent auf 210,81 Milliarden Yen. Besonders hohe Schäden verursachen derzeit unter anderem Betrüger, die sich am Telefon als Polizeibeamte ausgeben.
Auch Kundenservice-Identitäten werden für solche Angriffe missbraucht. Die japanische Verbraucherschutzbehörde warnte im Juni vor Anrufen, bei denen sich Betrüger beispielsweise als Mitarbeiter eines „NTT Docomo Customer Center“ ausgaben. Verbraucher wurden dabei zunächst über vermeintlich offene Telefonrechnungen informiert und anschließend angeblich zu einer Polizeistelle weiterverbunden. Dort forderten die Täter Geldzahlungen.
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