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Studie: Richtiges Raumklima kann Covid-19-Verbreitung am Arbeitsplatz reduzieren

 –  Alexander Jünger

Mindestabstand, Maskenpflicht und Handhygiene stehen bei der schrittweisen Öffnung des öffentlichen Lebens in Deutschland im Mittelpunkt. Während in mehr und mehr Unternehmen Mitarbeiter wieder an ihre Arbeitsplätze zurückkehren, gibt eine aktuelle wissenschaftliche Untersuchung der Yale University Einblicke, wie die Verbreitung von Covid-19 auch in Fertigungsbetrieben und Bürogebäuden zusätzlich eingedämmt werden könnte.

Das Ausbreitungspotenzial von Corona- und Influenza-Viren könnte laut der Studie, die von Professor Akiko Iwasaki, Immunbiologin an der Yale University, kürzlich veröffentlicht wurde, auch durch die relative Luftfeuchtigkeit beeinflusst werden: „Über 90 Prozent unseres Lebens verbringen wir in Gebäuden in unmittelbarer Nähe zueinander. Worüber nicht gesprochen wird, ist die Beziehung zwischen Temperatur und Luftfeuchtigkeit und die Übertragung des Virus über die Luft“, erklärt Akiko Iwasaki die Bedeutung der neuen Studie: Wenn kalte, trockene Luft in ein Gebäude strömt und sich durch Heizen erwärmt, sinkt automatisch die relative Luftfeuchte, die dann oft nur noch 20 Prozent beträgt. In dieser trockenen Umgebung können sich Viruspartikel wie SARS-CoV-2 leichter über die Luft verbreiten, entdeckten die Yale-Wissenschaftler. Ebenso hemmt warme, trockene Luft die Fähigkeit der Schleimhäute der Atemwege Virenpartikel abzustoßen. Zusätzlich wird die Fähigkeit des Immunsystems, Erreger zu bekämpfen, in trockeneren Umgebungen unterdrückt, wie Iwasaki herausfand.

Mindestwert für Luftfeuchte gefordert
Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass eine relative Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent der optimale Bereich ist, um die Ausbreitung von Atemwegsinfektionen wie der Grippe oder Covid-19 zu bekämpfen. „In diesem Feuchtebereich funktioniert das Immunsystem am effektivsten und Viren werden rasch deaktiviert“, erklärt Dr. med. Walter Hugentobler, Mitautor der Yale-Studie. Viele öffentliche und gewerbliche Gebäude verfügen im Allgemeinen jedoch nicht über eine kontrollierte Luftfeuchtigkeit. Gegenwärtig gibt es auch keine Regulierungen, die einen Mindestwert für die Luftfeuchte am Arbeitsplatz vorschreiben. Wenn Arbeitnehmer während der Covid-19-Krise wieder in ihre Büros und Betriebe zurückkehren, wird es daher wichtig sein, dass Unternehmen auch eine Mindestluftfeuchte besser kontrollieren können als bisher, empfehlen die Experten: „Die Festlegung von Mindestwerten für Raumluftfeuchtigkeit könnte die Belastung der Gesellschaft durch saisonale Atemwegsinfektionen, Grippe eingeschlossen, verringern und Leben retten. Eine relative Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60 Prozent wäre dafür ideal“, ist sich Dr. med. Hugentobler sicher.

Die komplette Studie von Miyu Moriyama, Walter J. Hugentobler und Akiko Iwasaki (2020): "Seasonality of Respiratory Viral Infections” steht hier zum Download bereit ...

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