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Remote-Studie zeigt hierarchische Kluft zwischen Führungskräften und Angestellten

 – Alexander Jünger

Zurück ins Büro? Nicht, wenn es nach den deutschen Arbeitnehmern geht, denn zwei Drittel von ihnen möchten auch in Zukunft hybrid oder komplett remote arbeiten. Jeder Zweite wünscht sich zudem mehr zeitliche Flexibilität im Job.

Das zeigt eine neue Studie, die im Auftrag der Kollaborationsplattform Slack vom Marktforschungsinstitut Statista durchgeführt wurde. Die “Reinventing Work”-Studie untersucht die Präferenzen von Büroarbeitern in Deutschland hinsichtlich Arbeitsmodellen, Unternehmenskultur und Technologie.

Der fromme Wunsch der Belegschaft ist das eine. In der Umsetzung offenbart sich allerdings eine hierarchische Kluft: So arbeiten Führungskräfte aktuell mehr remote oder hybrid (67 Prozent) als Angestellte (57 Prozent). Das gleiche gilt auch für die zeitliche Flexibilität: So arbeiten aktuell 62 Prozent der Führungskräfte asynchron, während es bei den Angestellten lediglich 46 Prozent sind.

Hier die wichtigsten Ergebnisse im Bereich ...

... Arbeitsmodelle:

  • 69 Prozent der Büroarbeiter wollen in Zukunft hybrid oder komplett remote arbeiten.
  • Führungskräfte arbeiten aktuell mehr remote oder hybrid (67 Prozent) als Angestellte (57 Prozent).
  • Für über die Hälfte (53 Prozent) der Beschäftigten ist zeitliche Flexibilität in Zukunft wichtig.
  • Insbesondere Beschäftigte in IT und Telekommunikation wollen asynchron arbeiten (70 Prozent).
  • Flexibilität steigert Zufriedenheit (über 70 Prozent), aber weniger die Effizienz in der Zusammenarbeit (50%).

... Unternehmenskultur:

  • Klarheit (82 Prozent) und Anerkennung (81 Prozent) sind für Büroarbeiter am wichtigsten, wenn es um Zufriedenheit im Job geht.
  • Effizienz im Job wird getrieben durch schnellen Datenzugriff (85 Prozent), schnelle Entscheidungswege (83 Prozent) sowie relevante Kommunikation (81 Prozent).
  • Für ihre Entscheidungsfindung benötigen die Befragten vollständige Informationen (85 Prozent) und klare Prozesse (83 Prozent).

... Technologie:

  • 43 Minuten pro Tag verlieren Büroarbeiter durch den Wechsel zwischen Softwareanwendungen.
  • 69 Prozent wünschen sich eine zentrale Plattform, die Zugriff auf alle Informationen ihrer Softwareanwendungen bietet.
  • 79 Prozent der Befragten nutzen bereits Kollaborationsplattformen.
  • Mit 94 Prozent ist die IT- und Telekommunikationsbranche Vorreiter in der Nutzung von Kollaborationsplattformen.

“Unsere Zahlen zeigen, dass Führungskräfte aktuell deutlich mehr örtlich und zeitlich flexibel arbeiten als ihre Angestellten", kommentiert Slack-Deutschlandchef Oliver Blüher die Studienergebnisse. Aus seiner Sicht kann das verschiedene Gründe haben: "Zum einen ist das Stresslevel für Angestellte im Homeoffice hoch und viele sind besorgt, dass ihre Arbeit von zuhause aus nicht gesehen wird. Zum anderen haben viele Führungskräfte mit verteilten Teams schon länger die Möglichkeit, flexibel zu arbeiten." Momentan gebe es nach Blühers Auffassung "noch nicht in allen Unternehmen faire Bedingungen. Organisationen sollten sicherstellen, dass alle Mitarbeiternden das gleiche Level an Flexibilität in Anspruch nehmen können. Zudem sollten Führungskräfte bewusster und expliziter kommunizieren, um mobilen Angestellten eine Extraportion Sicherheit zu geben, dass ihre Arbeit gesehen und wertgeschätzt wird.”

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