Landesfeuerwehrverband will starke Netze statt Call Center

Die Diskussion um die Zukunft der Notfallversorgung in Hessen hat mit der Vorstellung eines Prüfberichts der Krankenkassenverbände neue Brisanz erhalten. Der Bericht fordert eine Reform der Leitstellenstruktur, die unter anderem die Schaffung zentraler Gesundheits- und Rettungsleitstellen beinhaltet. Für den Landesfeuerwehrverband Hessen ist das ein Irrweg.
In einer deutlichen Stellungnahme stellt der Verband klar: Die 25 Integrierten Leitstellen in Hessen sind flächendeckend, technisch auf dem neuesten Stand, personell qualifiziert besetzt und haben sich in Krisen ebenso bewährt wie im Alltag. Die Forderung nach Zentralisierung verkenne die Realitäten vor Ort und gefährde die schnelle Hilfe im Notfall.
„Unsere Leitstellen arbeiten längst als vernetzter Verbund. Wir brauchen keine anonymen Call Center, sondern ortsnahe Einsatzkoordination mit Erfahrung und Ortskenntnis“, erklärt LFV-Präsident Norbert Fischer. Durch so genannte Vertretungsgruppen sichern sich drei benachbarte Leitstellen gegenseitig ab. Ein Modell, das Redundanz garantiert und zentrale Strukturen oft nicht leisten können.
Gerade die Ortskenntnis sei im Notfall entscheidend, ergänzt Friedrich Schmidt, Sozialreferent des LFV Hessen. „Disponenten müssen verstehen, wovon Betroffene sprechen. Das geht nur mit Nähe, nicht mit zentraler Anonymität.“
Auch technisch sei Einheitlichkeit längst Realität: Einheitliche Systeme, gemeinsame Serverlösungen, einheitliche Ausbildung an der Landesfeuerwehrschule. All das sichere Qualität und Verlässlichkeit. Dennoch begrüßt der Feuerwehrverband sinnvolle Innovationen wie telemedizinische Pilotprojekte. Aber sie sollen ergänzen, nicht ersetzen.
Newsletter
Mit dem Newsletter von CallCenterProfi erhalten Sie regelmäßig Informationen über aktuelle Trends im Servicemanagement. Natürlich kostenlos!
> Aktuellen Newsletter ansehen








