Hackerangriff auf Orange: Massenhaft Kundendaten in Belgien kompromittiert

Orange Belgium hat Ende Juli den Verlust von Kundendaten durch einen Cyberangriff bestätigt. Rund 850.000 Kunden sind betroffen. In die Hände von Hackern gelangten persönliche Informationen wie Vor- und Nachnamen, Rufnummern, SIM-Kartennummern, PUK-Codes sowie Angaben zu den gebuchten Tarifen. Sensible Daten wie Passwörter, E-Mail-Adressen oder Bankinformationen seien nach Unternehmensangaben jedoch nicht kompromittiert worden. Der Telekommunikationskonzern hebt hervor, dass unmittelbar nach Bekanntwerden des Vorfalls Maßnahmen ergriffen worden seien, um die Systeme abzusichern und die Täter auszusperren. Zudem wurden die zuständigen Behörden informiert und eine Anzeige erstattet.
Orange hat eigenen Angaben zufolge alle betroffenen Kunden per E-Mail und SMS über den Vorfall informiert. Gleichzeitig empfiehlt das Unternehmen, bei verdächtigen Kontaktaufnahmen besonders vorsichtig zu sein. Um Fragen zu beantworten und Transparenz zu schaffen, wurde eine spezielle Informationsseite eingerichtet.
Unklar ist, ob der Angriff auf Orange Belgium in direktem Zusammenhang mit dem Cybervorfall beim Mutterkonzern steht. Orange Frankreich hatte am 28. Juli bestätigt, Ziel eines Hackerangriffs geworden zu sein, zu diesem Zeitpunkt aber betont, dass keine Hinweise auf den Abfluss von Kundendaten vorlägen. Da beide Vorfälle denselben Zeitraum betreffen, liegt ein Zusammenhang nahe. Möglich ist, dass die laufenden Untersuchungen neue Erkenntnisse brachten, die nun zur Bestätigung des Datendiebstahls in Belgien führten.
Für Kunden bleibt die Situation angespannt. Zwar bewertet Orange PUK-Codes offenbar als weniger kritisch als Bank- oder Zugangsdaten, dennoch gelten sie im Mobilfunk als Schlüssel für den Zugriff auf SIM-Karten. Fachleute sehen darin ein potenzielles Risiko für weitere Angriffe. Wie groß der tatsächliche Schaden ist, werden erst die Ermittlungen zeigen.
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