AGCM greift durch: Call Center in Italien wegen falscher Behördenangaben sanktioniert

Die italienische Wettbewerbsbehörde hat fünf Unternehmen wegen irreführender Telefonakquise im Energie- und Telekommunikationsmarkt sanktioniert. Nach ihren Ermittlungen nutzten Call Center im Auftrag dieser Firmen Methoden, die Verbraucher systematisch täuschten. Mitarbeitende gaben sich als Angestellte von Regulierungsbehörden, Rechnungshilfestellen oder technischen Abteilungen aus, um Vertrauen zu erzeugen und Vertragswechsel herbeizuführen.
Besonders im Energiesektor wurde auf angebliche, regulierungsbedingte Erhöhungen oder vermeintliche Unregelmäßigkeiten hingewiesen – etwa doppelte Aktivierungen oder Schwierigkeiten beim Anbieterwechsel. Ziel war es, den Verbraucher zu einem neuen Vertrag zu bewegen. Im Telekommunikationsbereich warnten die Anrufer dagegen vor angeblich bevorstehenden Serviceausfällen, dem Auslaufen des aktuellen Vertrags oder angeblichen Preiserhöhungen durch den bestehenden Anbieter. Die angebotenen „Sonderkonditionen“ erwiesen sich später als unbelegt oder schlicht falsch.
Die Kartellbehörde betont, dieses Vorgehen beeinträchtige die Fähigkeit der Verbraucher, Angebote korrekt zu bewerten. Durch falsche, unvollständige oder intransparente Informationen werde eine informierte Entscheidung erschwert. Entsprechend verhängte die Behörde Bußgelder von insgesamt über 500.000 Euro. Konkret müssen Titanium Srl und Fire Srl gemeinschaftlich 160.000 Euro zahlen. J.Wolf Consulting Srl wurde zu 120.000 Euro verpflichtet. Die Nova Group Srl erhielt eine Strafe von 80.000 Euro, Communicate Srl von 40.000 Euro. Gegen Entiende Srl wurden weitere 120.000 Euro verhängt.
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