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Polizei zerschlägt betrügerische Call Center in Wien und Brünn

 – Alexander Jünger

Mit einer koordinierten Razzia in Wien und im tschechischen Brünn ist Ermittlern ein Schlag gegen organisierte Telefonbetrüger gelungen. Die Täter sollen mit der so genannten Schockanruf-Masche einen Millionenschaden verursacht haben. 23 Verdächtige wurden ausgeforscht, 17 Personen festgenommen. Nach Angaben des Landeskriminalamt Niederösterreich richteten sich die Ermittlungen gegen eine mutmaßlich international agierende Tätergruppe, die von Standorten in Wien und Brünn aus operierte. Die Beschuldigten sollen systematisch ältere Menschen kontaktiert und mit frei erfundenen Notlagen unter Druck gesetzt haben. Ziel war es, hohe Bargeldbeträge oder Wertgegenstände zu erlangen.

Im Zentrum stand die so genannte Schockanruf-Masche. Dabei geben sich Anrufer als Polizisten, Staatsanwälte oder Angehörige aus und behaupten etwa, ein Familienmitglied habe einen schweren Unfall verursacht oder befinde sich in Haft. Durch gezielt aufgebauten emotionalen Druck und permanente Gesprächsführung sollen die Opfer von Rückfragen abgehalten worden sein.

Laut Ermittlern konnten 23 Tatverdächtige identifiziert werden, 17 Personen wurden festgenommen. Der bisher bekannte Schaden beläuft sich auf rund 4,8 Millionen Euro. Zwischen 2022 und 2025 registrierten die Behörden österreichweit rund 1.000 Fälle mit einem Gesamtschaden von etwa 53 Millionen Euro. Die Fallzahlen seien zuletzt um mehr als 50 Prozent zurückgegangen.

Innenminister Gerhard Karner sprach von einem wichtigen Schritt im Kampf gegen organisierte Telefonbetrüger. Zugleich betonen die Behörden, dass echte Polizeidienststellen niemals Bargeld oder Schmuck zur Sicherstellung verlangen. Bei verdächtigen Anrufen wird geraten, das Gespräch sofort zu beenden und umgehend Kontakt mit der Polizei aufzunehmen.

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