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Umfrage zeigt: Stillstand beim bewegten Arbeiten

 – Alexander Jünger

Die Auswertung der Leserumfrage „Bewegung bei der Büroarbeit 2021“ im vergangenen Mai zeigte deutlich: Fast zwei Drittel der Home-Worker bewegen sich daheim noch weniger als an einem regulären Arbeitstag im Firmenbüro. Im Office wurde im ersten Corona-Jahr zu viel gesessen, zu wenig gestanden und zu wenig gegangen. Daheim sah die Bilanz aber noch schlechter aus als im Firmenbüro. Doch hat sich die Situation mittlerweile verbessert? Wird sich jetzt mehr bewegt und wurde mehr in bewegungsfördernde Lösungen im Office und Homeoffice investiert?

Die aktuellen Ergebnisse der repräsentativen Leserumfrage sind ernüchternd: Mit dem Anteil, den körperliche Bewegung im eigenen Leben ausmacht, waren die über 2.300 befragten Bürobeschäftigten aus Deutschland nur mäßig zufrieden. Im Schnitt wurde die Schulnote 3,4 erreicht. Das entspricht in etwa dem Vorjahreswert von 3,5. Damit bleibt dies ein schlechtes Zeugnis für die Bewegung.

Zwei Drittel bewegen sich im Homeoffice weniger
Während im ersten Jahr der Pandemie aufgrund der Vorjahresergebnisse der Homeoffice-Anteil an der eigenen Büroarbeit unter Office-Workern in Deutschland bei 62 Prozent lag, ist ein Großteil der Home-Worker im zweiten Coronajahr offenbar wieder ins Büro zurückgekehrt. Der Anteil der Heimarbeit lag im Durchschnitt nur noch bei 44 Prozent.

Doch wird sich an einem Arbeitstag im Homeoffice mehr oder weniger bewegt als an einem Tag im Firmenbüro? Weniger! Der Anteil ist gegenüber dem Vorjahr sogar noch gestiegen: 61 Prozent (2021: 57 Prozent) bewegen sich daheim weniger als im Büro. 39 Prozent (2021: 43 Prozent) bewegen sich nach eigenem Empfinden dagegen mehr als im Office.

Der von Experten empfohlene Haltungsmix bei der Büroarbeit lautet: 60 Prozent Sitzen, 30 Prozent Stehen und zehn Prozent Gehen. Die Umfrageteilnehmenden verbringen laut eigener Aussage aktuell im Schnitt 75 Prozent ihres Homeoffice-Tages im Sitzen, zehn Prozent im Stehen und fünf Prozent mit Gehen – wenig Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr: 73 Prozent im Sitzen, elf Prozent im Stehen und sieben Prozent mit Gehen.

Im Office fällt der Mix im Durchschnitt so aus: 64 Prozent Sitzen, 18 Prozent Stehen und 18 Prozent Gehen. In den Umfrage-Ergebnissen aus dem Jahr 2021 waren es noch 65 Prozent Sitzen, 18 Prozent Stehen und neun Prozent Gehen.

Homeoffice-Ausstattung lässt zu wünschen übrig
Die Antworten auf die Frage „Wie ergonomisch bzw. bewegungsfördernd ist Ihr Arbeitsplatz im Homeoffice?“ ergaben im Schnitt die Schulnote 3,9 (2021: 3,7). In Bezug auf den Arbeitsplatz im Büro wurde hier eine Durchschnittsnote von 2,9 (Vorjahr: 3,3) erreicht. Ergonomie und Bewegungsförderung lassen weiterhin sehr zu wünschen übrig - erwartungsgemäß vor allem im Homeoffice. Erstaunlich ist, dass sich die Beurteilung hier sogar gegenüber dem Vorjahr verschlechtert hat. Vielleicht ist daheim aber auch das Bewusstsein für die notwendige Ergonomie und Bewegungsförderung gestiegen.

Im Homeoffice verfügen:

  • 18,7 Prozent über eine Sitz-Steh-Lösung wie einen solchen Tisch, einen Tischaufsatz oder Ähnliches (2021: 12,8 Prozent),
  • 30,3 Prozent über einen ergonomischen bzw. bewegungsfördernden Stuhl (2021: 25,9 Prozent),
  • 8,2 Prozent über beides (2021: 4,9 Prozent),
  • 7,1 Prozent über eine weitere bewegungsfördernde Lösung wie etwa Stehhocker, Deskbike, Laufband, Balancebord, Fußwippe etc. (2021: 4,1 Prozent) und
  • 3,3 Prozent über alle drei Möglichkeiten (2021: 1,7 Prozent).

Im Firmenbüro verfügen:

  • 24,2 Prozent über eine Sitz-Steh-Lösung (2021: 22,8 Prozent),
  • 40,5 Prozent über einen ergonomischen bzw. bewegungsfördernden Stuhl (2021: 39,8 Prozent),
  • 21,1 Prozent über beides (2021: 19,8 Prozent),
  • 6,1 Prozent über eine weitere bewegungsfördernde Lösung (2021: 4,8 Prozent) und
  • 4,2 Prozent über alle drei Möglichkeiten (2021: 1,4 Prozent).

Dies bestätigt das Ergebnis des Vorjahres: Es gibt noch reichlich Handlungsbedarf in Bezug auf ergonomische beziehungsweise bewegungsfördernde Lösungen, vor allem im Homeoffice. Allerdings geht die Entwicklung für Dr. Robert Nehring in die richtige Richtung: „Sowohl im Office als auch im Homeoffice ist gegenüber dem Vorjahr ein deutlicher Zuwachs an solchen Lösungen zu verzeichnen. Vor allem in den heimischen Arbeitsplatz wurde offenbar investiert, um die Gesundheit zu schützen und die Produktivität zu erhöhen.“

Über die Umfrage:
An der Umfrage haben 2.302 Bürobeschäftigte aus Deutschland teilgenommen. 75,7 Prozent der Teilnehmenden waren Büroangestellte, 7,1 Prozent sind Selbstständige und 6,4 Prozent gehören einer Geschäftsführung an. 10,8 Prozent arbeiten als Büroeinkäufer. Hier waren Mehrfachnennungen möglich. Eine ausführliche Auswertung der Befragung ist hier abrufbar ...

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