Medizinische Hilfe auf Knopfdruck: Die 116117 in Bad Segeberg

Im Herzen Schleswig-Holsteins, in Bad Segeberg, befindet sich eine zentrale Anlaufstelle für medizinische Hilfe außerhalb der regulären Praxiszeiten: die 116117-Servicezentrale der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH). Rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr, stehen hier etwa 80 Mitarbeiter bereit, um Patienten bei akuten gesundheitlichen Beschwerden zu unterstützen und zu beraten.
Die Servicezentrale, die seit 2008 in Betrieb ist, bewältigt täglich rund 1.000 Anrufe, mit Spitzenzeiten in den Abendstunden und an Wochenenden. Das Team, bestehend aus medizinisch geschultem Personal wie Rettungsassistenten und medizinischen Fachangestellten, arbeitet im Schichtbetrieb, um die kontinuierliche Erreichbarkeit zu gewährleisten. "Unser Ziel ist es, Patienten schnell und effizient zu helfen", erklärt Marie Jacobi, Koordinatorin der Servicezentrale. Die Mitarbeiter nehmen eine erste Einschätzung der gesundheitlichen Beschwerden vor, vermitteln Facharztermine und koordinieren den "Fahrenden Dienst" für Hausbesuche in ganz Schleswig-Holstein, das in 28 Bezirke aufgeteilt ist.
Die Servicezentrale ist technisch hochmodern ausgestattet. Eine spezielle Einsatzleit-Software, ähnlich der in Rettungsleitstellen, und eine umfangreiche Ärzte-Datenbank unterstützen die Mitarbeiter bei ihrer Arbeit. Zudem ermöglichen Übersetzungs-Apps den Service in mehreren Sprachen, darunter Russisch, Türkisch, Norwegisch, Mandarin-Chinesisch und Englisch. Reinhard Finner, ein erfahrener Rettungsassistent, betont: "Wir sind keine Notfallnummer für lebensbedrohliche Situationen - dafür ist weiterhin die 112 zuständig. Unsere Aufgabe ist es, Patienten zu beraten und an die richtige Stelle weiterzuleiten."
Die Servicezentrale arbeitet eng mit anderen Institutionen zusammen. So befindet sich der neue Standort im AOK-Gebäude am Seminarweg in Bad Segeberg, nachdem der frühere Standort in der Oldesloer Straße aufgegeben wurde. Auch eine Vernetzung mit den benachbarten Bundesländern Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern ist etabliert. Petra Giese, Fachbereichsleiterin, und Juliane Plöhn, Leiterin der Abteilung Management Versorgungsstrukturen, heben die Bedeutung der Servicezentrale für die medizinische Versorgung in Schleswig-Holstein hervor. "Wir bieten eine wichtige Orientierung im Gesundheitssystem und entlasten damit auch die Notaufnahmen der Krankenhäuser", so Giese. Die 116117-Servicezentrale hat sich seit ihrer Gründung zu einer unverzichtbaren Säule in der ambulanten Versorgung entwickelt. Mit ihrer umfassenden Beratung und Vermittlung trägt sie wesentlich dazu bei, dass Patienten auch außerhalb der Praxisöffnungszeiten die richtige medizinische Hilfe erhalten.
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