CallCenter Profi

Syntheia verkauft Call Center-Geschäft an Firma des eigenen Präsidenten

 – Alexander Jünger

Der kanadische KI-Anbieter Syntheia will sich von seinem operativen Call Center-Geschäft trennen. Käufer ist Beyond the Call Inc. Ein Unternehmen, das Syntheia-Präsident Imran Butt gehört und von ihm kontrolliert wird.

Die Vereinbarung umfasst nach Unternehmensangaben vor allem Mitarbeitende und Kunden der Call-Center-Sparte. Da Butt zugleich Präsident und Director von Syntheia sowie Eigentümer des Käufers ist, gilt die Transaktion als Geschäft mit einer nahestehenden Partei. Sie muss deshalb noch von den unabhängigen Aktionären genehmigt werden. Butts eigene Aktien dürfen bei der Abstimmung nicht berücksichtigt werden.

Als Gegenleistung sollen unter anderem zehn Millionen von Butt gehaltene Syntheia-Aktien eingezogen werden. Verkauft Beyond the Call das übernommene Geschäft innerhalb eines Jahres weiter, erhält Syntheia zudem 40 Prozent der erzielten Gegenleistung.

Für Syntheia ist die Call-Center-Sparte offenbar vor allem ein Kostenfaktor. Sie verursacht laut Unternehmen rund 33 Prozent des Nettoverlustes. Durch den Verkauf sollen die jährlichen Kosten um etwa 2,2 Millionen Dollar sinken. Gleichzeitig würde der Umsatz des Unternehmens zunächst auf null fallen.

Syntheia will sich künftig vollständig auf seine Conversational-AI-Technologie zur automatisierten Bearbeitung eingehender Telefonanrufe konzentrieren. Der Abschluss der Transaktion ist spätestens bis Ende 2026 vorgesehen.

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