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Bundesregierung sieht bislang keinen KI-bedingten Beschäftigungsabbau

 – Alexander Jünger

Die Bundesregierung sieht bislang keine belastbaren Hinweise darauf, dass der zunehmende Einsatz Künstlicher Intelligenz in Deutschland zu einem systematischen Abbau von Beschäftigung führt. Vielmehr verändere KI derzeit vor allem Tätigkeiten und Aufgabenprofile innerhalb bestehender Berufe. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage im Bundestag hervor.

Die Auswirkungen von KI auf den Arbeitsmarkt seien bislang nur schwer von anderen Entwicklungen zu trennen. Dazu zählt die Bundesregierung die anhaltende wirtschaftliche Schwächephase ebenso wie den Strukturwandel durch Demografie, Dekarbonisierung und Digitalisierung.

Zwar zeigen Daten der Bundesagentur für Arbeit, dass die Abgangsrate von Arbeitslosen unter 25 Jahren in Beschäftigung seit 2019 gesunken ist. Die gleiche Entwicklung sei jedoch auch bei Arbeitslosen insgesamt zu beobachten. „Es gibt keine Belege dafür, dass dieser Rückgang kausal mit der Nutzung von KI verbunden ist“, stellt die Bundesregierung fest. Auch eine belastbare Aufschlüsselung möglicher KI-Effekte nach Wirtschaftszweigen sei derzeit nicht möglich.

Nach Einschätzung der Bundesregierung ersetzt KI bislang in der Regel nicht komplette Berufe. Stattdessen würden einzelne Aufgaben automatisiert oder verändert. Routineaufgaben könnten an Bedeutung verlieren, während die Bewertung, Kontrolle und Einordnung von KI-Ergebnissen wichtiger werde.

Dabei sieht die Regierung durchaus Chancen für weniger erfahrene Beschäftigte. Forschungsergebnisse deuteten darauf hin, dass KI die Produktivität und Qualität steigern und insbesondere Berufseinsteigern helfen könne, schneller zu lernen und Erfahrungsrückstände aufzuholen. Voraussetzung sei allerdings, dass die Systeme an konkrete Prozesse angepasst werden und Beschäftigte lernen, die Ergebnisse der KI kritisch zu prüfen.

Trotz zunehmender Automatisierung warnt die Bundesregierung deshalb davor, bei Ausbildung und Juniorstellen zu sparen. Unternehmen müssten auch künftig in Berufseinsteiger sowie strukturierte Ausbildungs- und Einarbeitungsangebote investieren. Angesichts des demografischen Wandels sei es kurzsichtig, weniger auszubilden.

Die Entwicklung bleibt dennoch unter Beobachtung. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales untersucht die Auswirkungen von KI unter anderem über sein „Observatorium KI in Arbeit und Gesellschaft“. Auch mögliche Veränderungen beim Berufseinstieg sollen dort systematisch erfasst und ausgewertet werden.

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