Amazon erweitert Contact Center-Plattform um KI-Lösung für den Gesundheitssektor

Mit „Amazon Connect Health“ hat Amazon Web Services eine neue KI-Lösung vorgestellt, die speziell auf administrative Abläufe im Gesundheitswesen zugeschnitten ist. Die Plattform erweitert den Contact Center-Dienst Amazon Connect um Funktionen, die medizinisches Personal bei dokumentationsintensiven Aufgaben entlasten sollen.
Kern der Lösung ist der Einsatz generativer KI. Das System kann Gespräche zwischen Ärztinnen, Ärzten und Patienten in Echtzeit analysieren, automatisch zusammenfassen und daraus strukturierte Protokolle erstellen. Darüber hinaus generiert die Software passende Abrechnungs- und Behandlungscodes. Ziel ist es, den Aufwand für manuelle Dokumentation zu reduzieren und gleichzeitig eine nachvollziehbare Dokumentation medizinischer Leistungen zu ermöglichen.
Neben der Gesprächsdokumentation umfasst „Amazon Connect Health“ weitere Funktionen für administrative Prozesse. Dazu zählen eine digitale Patientenverifizierung sowie Werkzeuge für Terminplanung und organisatorische Abläufe in medizinischen Einrichtungen.
Strategisch knüpft Amazon mit der neuen Lösung an seine Contact Center-Plattform Amazon Connect an. Der Dienst gehört zu den etablierten Angeboten im Cloud-Portfolio des Unternehmens und erzielt laut Amazon inzwischen einen Jahresumsatz von rund einer Milliarde US-Dollar. Mit der Spezialisierung auf den Gesundheitssektor baut AWS seine vertikale Strategie weiter aus.
Ein zentrales Element der Plattform ist das sogenannte Evidence Mapping. Dabei werden KI-generierte Zusammenfassungen direkt mit den zugrunde liegenden Gesprächspassagen verknüpft. Ärztinnen und Ärzte können so schnell prüfen, auf welcher Grundlage eine Zusammenfassung oder Empfehlung entstanden ist.
Erste Implementierungen gibt es bereits: Zu den frühen Anwendern gehört der Gesundheitsdienstleister One Medical. Das Preismodell ist modular aufgebaut. Für die Dokumentationsfunktion nennt AWS einen Preis von 99 US-Dollar pro Monat und Nutzer, während die digitale Patientenverifizierung mit 15 Cent pro Interaktion abgerechnet wird.
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