Vom Prototyp zum Profi-Headset
Bevor professionelle Headsets auf den Markt kommen, müssen sie sich intensiven akustischen Tests sowie speziellen Haltbar- und Belastbarkeitsprüfungen unterziehen. Bei GN Netcom mit seinen Jabra-Headsets geschieht dies im 600 Quadratmeter großen hauseigenen Akustiklabor in Ballerup bei Kopenhagen. Was in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung des dänischen Kommunikationsexperten passiert, warum ideale Diffusfeldbedingungen wichtig sind und was ein mit Salzwasser gefüllter Dummy für einen Sinn ergibt, zeigt ein Blick hinter die Kulissen.
Stille. Wenn Headsets auf Herz und Nieren geprüft werden, herrscht absolute Stille - zumindest im reflexionsarmen oder schalltoten Raum. Er ist einer von mehreren unterschiedlichen, standardisierten akustischen Räumen. Ihn durchlaufen alle Jabra-Prototypen, bevor sie in die Produktion gehen und später am Ohr von Contact Center Mitarbeitern tagtäglich Schwerstarbeit verrichten müssen.
Modernste Testtechnologie auf 600 Quadratmetern
Spitz ragen Keile unterschiedlicher Größe und Formen im schalltoten Raum von Boden, Wänden und Decken: Sie sind aus speziellem Schaumstoff und schlucken alle Geräusche. Das Ziel: Schallwellen sollen keine Möglichkeit haben, sich an den Wänden zu brechen, zurückzustrahlen und so die Messergebnisse zu verfälschen. Die Schaumstoffkeile absorbieren die entstehenden Schallwellen, wodurch diese sich wie unter Freifeldbedingungen ungehindert von der Quelle ausbreiten können. Mit einem solchen Testaufbau schaffen Hörakustiker und Ingenieure störungsfreie Bedingungen im Labor und können Tests mit identischen Parametern beliebig oft wiederholen. Da sich hier auch Störungen durch Echos der Teststimmen ausblenden lassen, lässt sich im schalltoten Raum auch das Mikrofon neuer Headset-Modelle genau einstellen.
Der Hallraum ist das exakte Gegenstück zum schalltoten Raum: Wände, Boden und Decke haben harte, reflektierende Oberflächen, die nicht parallel sein dürfen, um sogenannte stehende Wellen zu vermeiden. Der Schall wird im Hallraum zunächst von vielen Wänden reflektiert, bevor er auf das Headset trifft. Daher bietet der Hallraum ideale Diffusfeldbedingungen, bei denen sich die Schallwellen nach dem Zufallsprinzip ausbreiten. Während herkömmliche Mikrofone diese Schallwellen ungefiltert als Hintergrundgeräusche an das akustische Gegenüber weiterleiten würden, können moderne Headsets diese Störsignale herausfiltern und im Idealfall nur die Stimme des Sprechers übertragen.
Um dies zu leisten arbeitet GN Netcom mit der so genannten DualMikrofon-Technologie: Über ein oder mehrere zusätzliche Mikrofone am Mikrofonarm des Headsets errechnet dieses die zeitliche Differenz zwischen dem Eintreffen der Schallwellen auf dem Sprechmikrofon und denen auf den übrigen Mikrofonen. So unterscheidet das Headset zwischen Sprache und Umgebungsgeräuschen und filtert störenden Lärm mit Hilfe digitaler Signalprozessoren. Das Ergebnis: Präzise und klare Telefonate.
Präzise und sichere Tests für Qualitätsprodukte
Eine standardisierte Testumgebung simuliert der Hörraum. Hinsichtlich Größe und akustischen Eigenschaften entspricht er einem durchschnittlichen Wohnzimmer. Der Hörraum erfüllt internationale Normen, wodurch sich genau definierte und authentische Klangumgebungen schaffen lassen. GN Netcom testet die Jabra-Headsets in unterschiedliche Geräuschkulissen - etwa im Büro, auf der Straße, in der Cafeteria oder in der Bar sowie in Umgebungen mit Schienenlärm.
Um auch bei schnurlosen Headsets hochwertigen Klang bieten zu können, testet GN Netcom auch die leistungsfähige und zuverlässige Funkverbindung im Antennentenraum an einer lebensechten Kopfattrappe. Der mit Salzwasser gefüllte Dummy simuliert realistische Bedingungen und wird auf einem Mast gedreht, um 3D-Leistungsparameter von Produktantennen aufzeichnen zu können.
Dank der präzisen methodischen Tests entwickelt GN Netcom sichere, innovative und qualitativ hochwertige Kommunikationslösungen unter ihrem Markennamen Jabra. Darüber hinaus unterzieht das Unternehmen alle Headsets weiteren umfangreichen Qualitätstests und optimiert sie in speziellen Fall-, Biege- und Festigkeitstests konsequent auf hohe Belastbarkeit, Haltbarkeit und Tragekomfort. Das Ergebnis sind schnurlose und schnurgebundene Audiolösungen, die den neusten Stand der Technik widerspiegeln und Mitarbeiter effizienter, ergonomischer und motivierter arbeiten lassen.
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