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Versender im Fokus

 – Alexander Jünger

Der Versandhandel wird bei den Deutschen immer beliebter. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet die Branche ein Umsatzplus von 5,1 Prozent. Damit steigt der deutsche Versandhandelsumsatz auf 27,6 Milliarden Euro in diesem Jahr (Vorjahr: 26,3 Milliarden Euro) und hält nun einen Rekord-Anteil von sieben Prozent am deutschen Einzelhandel. Wachstumsmotor bleibt das Internet. Der Online-Handel mit Waren konnte im Vergleich zum Vorjahr rund neun Prozent - von rund zehn auf 10,9 Milliarden Euro - zulegen.

Diese Zahlen gehen aus der repräsentativen Verbraucherbefragung "Versandhandel in Deutschland" hervor, die das Bielefelder Forschungsinstitut TNS-Infratest in diesem Jahr zum zweiten Mal im Auftrag des Bundesverbands des Deutschen Versandhandels (bvh) durchgeführt hat.

Multi-Channel-Versender vorn

Im Vergleich zum Vorjahr verlief die Entwicklung in den einzelnen Marktbereichen unterschiedlich. Den meisten Umsatz erwirtschaften nach wie vor die Multi-Channel-Versender, die ihre Waren per Katalog und Internet anbieten. Mit einem kleinen Minus von 0,5 Prozent und einem Gesamtumsatz von 17,4 Milliarden Euro können sie ihren Vorjahreswert nahezu unverändert halten. Die Teleshopping-Unternehmen verlieren im Vergleich zum Vorjahr deutlich. Deren Umsatz ging um 17,7 Prozent auf 1,06 Milliarden Euro (Vorjahr 1,29 Milliarden Euro) zurück, während die reinen Internetversender ihren Platz als zweitstärkste Gruppe ausbauen und ihren Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um neun Prozent auf rund 3,3 Milliarden Euro steigern. Noch dynamischer entwickelten sich die Ebay-Powerseller mit einem Umsatzplus von 26 Prozent auf rund 2,5 Milliarden Euro. Außerdem entdecken immer mehr Einzelhändler die Vorzüge des Versandhandels für sich. Das Segment der Versender mit Heimat im Stationärhandel steigerte seinen Gesamtumsatz um 29 Prozent auf 672 Millionen Euro. Parallel entschließen sich auch immer mehr Hersteller dazu, ihre Produkte direkt an die Kunden zu verkaufen. Die Herstellerversender erzielen ein Plus von 105 Prozent und verdoppeln ihren Umsatz auf über eine halbe Milliarde Euro. Auch die Apothekenversender legen weiter kräftig zu und steigern ihren Umsatz um 28 Prozent auf 341 Millionen Euro.

Internet-Bestellungen vor Telefon-Order

Neben dem Pro-Kopf-Umsatz der Verbraucher, der Betrachtung nach Geschlechtern und der Analyse der gängigsten Versandwaren wirft die vorliegende Erhebung auch einen Blick auf das Bestellverhalten der Versandhandelskunden. Demnach werden die meisten Bestellungen über das Internet aufgegeben (48 Prozent), gefolgt von Bestellungen via Telefon (39 Prozent), Brief und Postkarte (zehn Prozent), E-Mail (sechs Prozent) und Fax (drei Prozent).

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