Verbraucherschutz appeliert an Call Center
Auf dem Jahreskongress der internationalen Unternehmensvereinigung CCBenchmarks trafen sich im Hyatt Regency in Köln hochrangige Experten zu einer Podiumsdiskussion zum Thema unerlaubte Telefonwerbung. Unter den Teilnehmern befanden sich der Vorstand der Verbraucherzentrale NRW Klaus Müller und Dr. Arndt Meinecke aus dem Bundesministerium der Justiz. Während Branchenvertreter Versäumnisse einräumten und auf neue Initiativen verwiesen, empfahl Verbraucherzentralenvorstand Klaus Müller der Call Center-Branche dringend, wirksamere Schritte gegen die unerlaubte Telefonwerbung zu unternehmen. "Sie müssen für eine Ende der unerlaubten Telefonwerbung sorgen, wenn Sie an den Diskurs, den es momentan in der Politik gibt, wieder anschließen wollen", so sein Appell an die Branche.
Bei insgesamt etwa einer Million Anfragen gingen bei der Verbraucherzentrale in 2006 mehr Beschwerden über unerlaubte Telefonwerbung ein als zu jedem anderen Thema. Sollte sich an der bisherigen Praxis nichts ändern, werde der Druck der Bürger auf die Politik zu weiteren gesetzlichen Regelungen führen, prognostizierte Müller. Für diesen Fall werde es spätestens in zwei Jahren zu einer weiteren Gesetzesinitiative kommen, die eine schriftliche Bestätigung von Telefonverträgen vorschreibt, die durch unerlaubte Werbeanrufe zustande gekommen sind. "Der Druck in den Wahlkreisen wächst", so seine Einschätzung. Der Call Center-Branche empfehle er, die aktuellen Vorschläge des Bundesjustizministeriums uneingeschränkt zu unterstützen. Der Verbraucherzentrale NRW reichen sie aber nicht, deshalb plädiere für die schriftliche Bestätigungslösung bei unerlaubten Werbeanrufen.
Von Seiten des Justizministeriums bestätigte Dr. Arndt Meinecke, dass dort die schriftliche Zustimmung zu telefonisch vereinbarten Verträgen überlegt wird. "Wir haben davon zunächst einmal Abstand genommen. Ganz ausgeschlossen ist die Bestätigungslösung aber noch nicht", so Meinecke. Dr. Simon Juraschek, Vorstand des Deutschen Direktmarketing Verband (DDV), räumte Versäumnisse der Branche beim Vorgehen gegen "schwarze Schafe" ein. Verbesserungen verspreche er sich von einem verbindlichen Verhaltenskatalog für Call Center sowie der Einrichtung einer Beschwerdestelle. Zusätzlich werde über eine Imagekampagne des DDV die Aufklärung der Verbraucher betrieben.
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