UWG: DDV verärgert über ignorante Politiker
"Die Verantwortung für Arbeitsplatzabbau und wirtschaftliche Stagnation, gerade in den Neuen Bundesländern, in denen die Call Center-Branche in den letzten Jahren für Ausbildungsplätze und Perspektiven gesorgt hat, trägt die Politik mit ihrer parteiorientierten und wirklichkeitsfernen Ignoranz", so die scharfe Kritik von Michael Martin, Vorsitzender des Councils TeleMedien- und CallCenter-Services im DDV.
Martin reagierte damit auf die Tatsache, dass offensichtlich im Rahmen anderer Zugeständnisse die Verhandlungen des Vermittlungsausschusses zum Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) gar nicht erst geführt worden sind. Das Verfahren wurde unter einvernehmlichem Verzicht der CDU, SPD und der Grünen auf die Einhaltung der Ladungsfrist nach drei Sitzungen ohne Einigungsvorschlag abgeschlossen. Irritiert zeigten sich die Mitgliedsunternehmen im DDV, dass zuerst elf Bundesländer das UWG wegen der beabsichtigten Regelungen zum Telefonmarketing in den Vermittlungsausschuss geschickt hatten, die CDU auf Länderebene dem DDV in seinen Bemühungen massiv Unterstützung zugesagt hatte, die Verhandlungen dann aber dem Zustimmungsgerangel bei anderen Gesetzen zum Opfer gefallen sind.
"Politisch mit mangelnder Sachkenntnis und in der Umsetzung unprofessionell ist auf der Basis von Vorurteilen jetzt ein Gesetz auf den Weg gebracht worden, das dem Verbraucherschutz einen Bärendienst erweist", vermeldet der DDV in einer aktuellen Pressemitteilung. "Dieses UWG schafft Call Center-Arbeitsplätze im Ausland. Anrufmaschinen belästigen den Verbraucher nach wie vor rechtlich unangefochten und der persönliche Serviceanruf wird verbraucherfeindlich erschwert."
Der DDV betonte, er werde auch in Zukunft nicht nachlassen, sich aktiv in Politik und Gesellschaft zu Wort zu melden, um vermehrt deutlich zu machen, dass Direkt- und Kommunikationsmarketing Zukunftsbranchen einer modernen Gesellschaft sind. Man werde der Politik auch weiterhin den Spiegel vorhalten, wenn es darum geht, dem öffentlichen Bekenntnis um angebliche Bemühungen im Arbeits- und Ausbildungsmarkt auch Taten folgen zu lassen. Das erlebte Beispiel in der Diskussion um das UWG sei geradezu eine Verpflichtung, zukünftig noch klarer, deutlicher und proaktiv in Berlin vertreten zu sein, so die Präsidentin des DDV Kerstin Plehwe.
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