Produktive Telearbeit wird zur Chefsache
Avaya präsentiert das vollständige Ergebnis seiner Trendstudie zum Thema flexibles Arbeiten. Der Studie zufolge bietet ein Drittel aller befragten europäischen Unternehmen seinen Mitarbeitern keine Möglichkeiten zur flexiblen Arbeitsgestaltung, obwohl sich 40 Prozent der Angestellten wünschen, mehr außerhalb des Büros zu arbeiten als sie es zur Zeit tun. Dabei ist die Unternehmenspolitik in stärkerem Maße für den zögerlichen Einsatz flexibler Arbeitsmodelle verantwortlich als die fehlende Technologie. Die Studie zeigt unter anderem für Deutschland, dass die strategische Unternehmensplanung nicht genügend Rücksicht auf die Tatsache nimmt, dass einzelne Abteilungen innerhalb eines Unternehmens unterschiedliche Bedürfnisse in Sachen flexibles Arbeiten und Telearbeit formulieren. Weiter deckt die Studie auf, dass das Potenzial der flexiblen Arbeitsgestaltung unterschätzt wird. Oft sehen die Arbeitnehmer beispielsweise schon den Einsatz von Mobiltelefonen als Inbegriff von Telearbeit an. Die Unternehmen wiederum schaffen meist nicht die richtige Voraussetzung für wirklich produktives flexibles Arbeiten. Sie kümmern sich zu wenig um die nötige Infrastruktur und den sicheren Datenzugriff von außen.
Lars-Ole Hansen, Regional President EMEA bei Avaya bringt die wichtigsten Ergebnisse auf den Punkt: "Unsere Studie zeigt, dass die Europäer an flexiblem Arbeiten interessiert sind. Aber die Unternehmen nutzen nicht das Potenzial dieser neuen Arbeitsform. Die Gründe dafür sind unterschiedlich: Fehlende Technologie und Unternehmenspolitik sowie ein unzureichendes Verständnis von dem, was sich hinter flexiblem Arbeiten wirklich verbirgt." IDCs "Western European Mobile Working Forecast and Analysis Report, 2002-2007" sagt voraus, dass die Anzahl der mobilen europäischen Arbeitnehmer von 80,6 Millionen in 2002 auf 99,3 Millionen in 2007 steigen wird. Den größten Anteil davon stellen Büroangestellte, die die entsprechenden Technologien benötigen, um von unterwegs aus produktiver arbeiten zu können. "Eine zunehmende Anzahl von Arbeitnehmern", fährt Hansen fort, "ist regelmäßig geschäftlich unterwegs und auf den Zugang zu immer komplexeren Unternehmensdaten angewiesen. Es geht dabei um mehr als außerhalb des Büros zu telefonieren. Flexible Arbeitsgestaltung nimmt Unternehmen in die Pflicht, ihren Mitarbeitern absolut sicheren Zugriff zu Daten- und Kommunikationssystemen bereitzustellen, egal ob sie sich zu Hause oder auf Geschäftsreise aufhalten. Mehr noch: Die Unternehmen müssen ihre Mitarbeiter anweisen, neue Arbeitspraktiken auch anzunehmen."
Unterschiedliche Abteilungen verlangen unterschiedliche Modelle
Befragt, ob sie in Zukunft mehr von zu Hause oder unterwegs arbeiten möchten als bisher, befürworten dies 42 Prozent, 58 Prozent lehnen ab. In der differenzierten Betrachtung stellt sich heraus, dass bei den einzelnen Unternehmensabteilungen deutliche Abweichungen auftreten: So sehen 60 Prozent aus der Finanzabteilung und 49 Prozent aus dem Marketing verstärktes Potenzial für Telearbeit, dagegen lehnen dies 74 Prozent des Sales und 69 Prozent in der Administration strikt ab. Bezogen auf die Altersgruppen stehen die 36 - 45-jährigen mit 51 Prozent dem Thema aufgeschlossen gegenüber, alle anderen Altersgruppen lehnen Arbeiten von zu Hause oder unterwegs eher ab: die 18 - 25-jährigen mit 59 Prozent, die 26 - 35-jährigen mit 64 Prozent und die 45 - 55-jährigen mit 75 Prozent.
Durchgängige Infrastruktur ermöglicht produktives flexibles Arbeiten
Zwar betrachten nur acht Prozent der deutschen Arbeitnehmer die fehlende Technologie als hemmend für die Möglichkeit, außerhalb des Büros zu arbeiten. Weiteres Nachfragen ergab jedoch, dass fast die Hälfte (40 Prozent) keine Möglichkeit hat, von außen auf wichtige Dokumente zuzugreifen und ein Drittel von ihnen (33 Prozent) nicht einmal in der Lage ist, außerhalb des Büros Sprachnachrichten abzuhören oder Emails abzurufen und zu versenden. Auf die Frage, welches Arbeitsgerät sie außerhalb des Büros benutzen, nannten 92 Prozent der befragten deutschen Büroarbeiter das Mobiltelefon. Damit wird deutlich, dass die Möglichkeiten und Potenziale von Teleworking oft noch nicht richtig erkannt, sondern vielmehr nur mit Telefonieren per Handy identifiziert werden. Produktives, flexibles Arbeiten kann heute aber nur heißen, den Mitarbeitern vollständigen und sicheren Zugriff auf die Unternehmensdaten zu gewährleisten. Das Mittel der Wahl hierfür ist eine Kommunikationsinfrastruktur mit einem konvergenten IP-Netz, mit der sich Teleworker schnell, kostengünstig und flexibel an den zentralen Unternehmensserver anbinden lassen. Ein Laptop erhält dann beispielsweise den Status eines "Arbeitsplatzes" mit Zugang zu allen Daten einschließlich Telefonie-Funktionalität und Voicemail-Funktionen. Die Kommunikation mit den Kunden sowie mit den Kollegen im Office und der Zugriff auf alle relevanten Daten ist damit auch für diejenigen Mitarbeiter gesichert, die von zu Hause oder von unterwegs aus arbeiten.
Europa im "Flexibilitäts"-Vergleich
Als Vorbild zur Implementierung flexibler Arbeitsgestaltung könnte für einige Länder Großbritannien dienen: 72 Prozent der britischen Arbeitskräfte sind mit einem Netzwerkzugang für Fernarbeit ausgestattet, im Gegensatz zu nur 60 Prozent der deutschen, 55 Prozent der italienischen und 46 Prozent der französischen Angestellten. Aber trotz ihrer führenden Infrastruktur für flexibles Arbeiten und dem höchsten durchschnittlichen Zeitaufwand für den Weg zur Arbeitsstelle in ganz Europa machen die Briten weniger als ihre europäischen Nachbarn von der Möglichkeit der Telearbeit Gebrauch. Das zeigt, wie wichtig es ist, dass Unternehmen ihre Mitarbeiter über die Vorteile des flexiblen Arbeitens aufklären und Strategien entwickeln, die die Mitarbeiter ermutigen, das Angebot auch in Anspruch zu nehmen. Von allen Europäern begrüßen die Italiener Arbeitsflexibilität am meisten. Über die Hälfte der Befragten möchte mehr außerhalb des Büros arbeiten als im Moment. Die Franzosen hingegen sind am wenigsten an Fernarbeit interessiert: Nur etwas mehr als ein Drittel der Befragten geben an, dass sie gerne mehr außerhalb des Büros arbeiten würden.
Kommunikations-Trends in Europa
Neben flexibler Arbeitsgestaltung beleuchtet die Studie auch einige generelle Trends in Bezug auf die Unternehmenskommunikation in Europa. Folgende Highlights wurden heraus gearbeitet: Der durchschnittliche europäische Büroarbeiter verbringt fast ein Drittel seiner Arbeitszeit am Telefon. Ausgehend von einem siebenstündigen Arbeitstag sind das 851 Stunden im Jahr. Trotz der vielen am Telefon verbrachten Zeit, haben ungefähr die Hälfte der europäischen Angestellten ihr Telefon seltener benutzt als vor fünf Jahren. 89 Prozent kommunizieren seitdem öfter per Email, auch wenn sie diese Entwicklung nicht unbedingt als positiv beurteilen. Franzosen und Italiener nutzen ihr Telefon seltener für geschäftliche Zwecke als Deutsche und Briten. Ungefähr ein Drittel der Europäer tätigt regelmäßig geschäftliche Telefonate vom Ausland aus.
Informationen zur Umfrage:
Die Umfrage wurde zwischen Mai und August 2003 von Benchmark Ltd. durchgeführt. Befragt wurden 500 Büroangestellte in Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Italien. Die 1985 gegründete Benchmark Research ist eine Full-Service-Agentur, die Markforschung im Unternehmens- und Konsumerbereich anbietet. Der Fokus liegt vor allem auf dem Telekommunikations- und IT-Markt.
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