CallCenter Profi

Nürnberg: Ehemaliges H&M-Call Center vor dem Aus

 – Alexander Jünger

Wie verschiedene Lokalmedien berichten, droht dem ehemaligen H&M-Call Center in Nürnberg nun doch die endgültige Schließung. Vor knapp zwei Jahren war der Standort an den Contact Center-Betreiber Webhelp gegangen, der weiterhin Kundenservice-Dienstleistungen für die Modekette erbrachte. Von der drohenden Schließung sind 300 Mitarbeiter betroffen.

Die Geschichte des Call Center-Standorts in Nürnberg ist eine sehr bewegte (CallCenterProfi berichtete): Gründung im Jahr 2008 und kräftiges Wachstum, im Oktober 2020 dann ein Millionenschwerer Bußgeldhammer wegen Verstoßes gegen den Beschäftigtendatenschutz und im April 2022 die Ankündigung, dass der Standort verkauft werden solle. Bereits im Oktober 2022 verdichteten sich die Hinweise, dass H&M seinen Kundenservice-Standort in Nürnberg an einen externen Dienstleister veräußert - Anfang Dezember war schon alles unter Dach und Fach. Im Zuge des Verkaufs wurde vereinbart, dass Webhelp den Standort Nürnberg mindestens zwei Jahre hält und weiterhin Kundenservice-Dienstleistungen für H&M erbringt. Zu diesem Zeitpunkt arbeiteten im Center knapp 500 Mitarbeiter.

Dass damit im November dieses Jahres Schluss sein soll, erfuhren die 300 noch am Standort beschäftigten Mitarbeiter Ende vergangener Woche in einer Betriebsversammlung. Wie Regionalmedien berichten, sollen Kundenservice-Dienstleistungen auf andere Webhelp-Standorte, auch Nearshore, verlagert werden.

Betriebsrat und Gewerkschaft enttäuscht
Nachdem ein Interessensausgleich zwischen dem Betriebsrat und Webhelp keine Ergebnisse hervor brachte und die Schließung damit unausweichlich scheint, ist der Betriebsrat anderweitig aktiv geworden und wandte sich in einem Brandbrief an die Bundesregierung, die bayerische Staatskanzlei und die Stadt Nürnberg. Wie unter anderem BR24 berichtete, hat "der Betriebsrat auf einem großen Plakat eine Stellenanzeige entworfen. 'Wir suchen einen Arbeitgeber für 300 Menschen' steht dort geschrieben". Parallel habe es "auch Gespräche mit der IHK gegeben, wonach einige Mitarbeiter durch ihre Berufserfahrung nachträglich einen Abschluss in Büromanagement oder -marketing machen können".

Auch Seitens der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di kam Kritik. Gemeinsam wolle man "jetzt zumindest eine finanzielle Abfindung für die Nürnberger Belegschaft erwirken. Oder noch lieber: Einen neuen Arbeitgeber finden."

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Noch mehr Informationen zu geplanten Standortschließung lesen Sie hier bei den Kollegen von BR24 ...

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