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Kritik an Trump-Regierung: Katastrophen-Hotline versagt im Ernstfall

 – Alexander Jünger

Nach den schweren Überschwemmungen in Texas, bei denen mindestens 120 Menschen ums Leben kamen, geraten nicht nur die lokalen Behörden, sondern auch die US-Regierung massiv in die Kritik. Der Vorwurf: Die zentrale Katastrophen-Hotline, über die Betroffene staatliche Soforthilfe beantragen können, war für den Großteil der Anrufer nicht erreichbar. Wie die "New York Times" berichtet, scheiterten zwei Drittel der Hilfesuchenden beim Versuch, telefonisch Unterstützung zu erhalten.

Verantwortlich für den Betrieb der Hotline ist die Federal Emergency Management Agency (FEMA), die dem Heimatschutzministerium unterstellt ist. Laut NYT sei die schlechte Erreichbarkeit jedoch kein Zufall gewesen: Ausgerechnet Anfang Juli ließ die Regierung unter Donald Trump zahlreiche Verträge mit externen Call Center-Dienstleistern auslaufen. 

Am 5. Juli, dem letzten Tag vor Auslaufen der Verträge, wurden noch 99,7 Prozent der eingehenden Anrufe entgegengenommen. Bereits am 6. Juli sank die Quote auf 36 Prozent, am 7. Juli sogar auf nur noch 16 Prozent. Der massive Einbruch der telefonischen Erreichbarkeit fiel also genau in den Zeitraum, in dem tausende Flutopfer dringend Hilfe suchten.

Insbesondere Heimatschutzministerin Kristi Noem steht nun unter Druck. Sie hatte zuvor verfügt, dass Ausgaben über 100.000 US-Dollar persönlich genehmigt werden müssen - ein bürokratischer Engpass, der laut FEMA-internen Quellen die rechtzeitige Verlängerung der Call Center-Verträge verhinderte. Interne Warnungen wurden offenbar ignoriert.

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