CallCenter Profi

Haufe schließt Inhouse-Call Center

 – Alexander Jünger

Der Fachverlag und Software-Anbieter (Acquisa, Lexware) hat am Wochenanfang überraschend angekündigt, sein Call Center in Freiburg zu schließen. Als Grund wurde ein "Strukturwandel" angeführt. Die Gewerkschaft ver.di ist "überrascht und geschockt".

Eine der ersten Meldungen über die Schließung des Call Centers war in der Online-Ausgabe der Badischen Zeitung zu lesen. Demnach wurden die 184 Mitarbeiter am Montagmorgen in einer Betriebsversammlung von der Entscheidung und damit auch über ihrer betriebsbedingten Kündigung informiert. Für 35 Mitarbeiter gibt es Einsatzgebiete in anderen Bereichen des Verlags. Der Rest wird das Familienunternehmen verlassen oder in den vorgezogen Ruhestand verabschiedet.

Bis Ende Juni 2011 wird das Call Center noch geöffnet bleiben, ab dann übernehmen die Fachabteilungen komplexere Anfragen - andere Aufgaben sollen an einen innerdeutschen Call Center-Dienstleister ausgelagert werden. Die Entscheidung "ist uns nicht leicht gefallen", sagte Markus Reithwiesner, Geschäftsführer der Haufe-Mediengruppe, im Gespräch mit der Badischen Zeitung, über das Ende des Call Centers, das vor etwa einem Jahrzehnt in Freiburg seine Arbeit aufnahm und seitdem nie profitabel gewesen sei. "Wir durften uns nicht vor dem Umbau drücken, weil wir als Unternehmen sonst abgehängt werden und die Arbeitsplätze der übrigen 1.000 Beschäftigten gefährden würden." Gründe, so Haufe, hingen einem dramatischen Strukturwandel in der Medien- und Softwarebranche zusammen. "Statt um Papier und Druckerschwärze geht es heute vor allem um das digitale Geschäft im Internet", so ein Geschäftsführer in der Badischen Zeitung.

Inzwischen hat sich auch die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di zu Wort gemeldet. Gewerkschaftsvertreter Marcus Borck sagte etwa, der Stellenabbau sei "ein Schock", der "überraschend" komme. Bisher habe er "Haufe bislang so erlebt, ... dass dort soziale Standards eingehalten werden." Der Schritt, das Call Center zu schließen, hätte die Geschäftsführung aber mit Verdi und den Betriebsräten frühzeitig besprechen sollen. "Das ist nicht geschehen und das kreide ich dem Management an", so Borck weiter. Zwar teile er die Einschätzung der Geschäftsführung über den Wandel in der Medienbranche grundsätzlich, trotzdem werde Haufe "aber gar nicht umhinkommen, für einen Teil seiner Kunden weiter Telefonservice anzubieten".

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