Drei Haftbefehle nach Unregelmäßigkeiten bei Call-In-Formaten
Wie die österreichische Tageszeitung "derStandard" in seiner Online-Ausgabe berichtet, hat es drei Verhaftungen im Zusammenhang mit Ermittlungen zu Betrugsvorfällen bei Call-In-Formaten im Fernsehen gegeben. Es liegen Geständnisse vor, wonach "Fake-Anrufer" Scheingewinne kassiert haben, während die normalen Anrufer "in den teuren Warteschleifen hingen".
Laut Medienberichten "wurden drei Beschuldigte verhaftet, zwei in Deutschland, einer in Österreich". Der Vorwurf: gewerbsmäßiger Betrug beziehungsweise Beihilfe. Aus dem Haftbefehl, aus dem der "Standard" zitiert, geht hervor, dass ein Durchkommen in die Sendung, für die "hohe Gewinne ausgelobt waren, entgegen der Darstellung durch die Moderation technisch unterbunden" wurde. Statt dessen sollen zuvor im System hinterlegte Telefonnummern bevorzugt durchgestellt worden sein. Lockvögel, die die gesuchten Antworten kannten und nach dem Gewinn "ihrer Freude ... Ausdruck verleihen" mussten. Die Bezahlung für diese "Leistung" soll bei 500 Euro gelegen haben. Weil Kritikern der Sendungen eine Ähnlichkeit der Gewinnerstimmen aufgefallen war, sollen ab 2009 Stimmverzerrer eingesetzt worden sein.
Interessant: Die Vorwürfe liegen teilweise schon zehn Jahre in der Vergangenheit. Bereits 2004 soll einer der Hauptbeschuldigten - ein Deutscher - die Betrügerei in Österreich initiiert haben. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, sei das System dann auch für die Schweiz und später für Deutschland etabliert worden.
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