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Die Tops und Flops der CeBIT

 – Alexander Jünger

In knapp drei Wochen ist es wieder soweit und die CeBIT öffnet wieder ihre Tore. Nicht immer haben sich die Highlights der Hannoveraner Ausstellung in der Vergangenheit als Tops erwiesen. Ausnahme 2003: Die Topthemen der letzten Messe wie M-Business und WLAN haben tatsächlich Trends gesetzt, so eine aktuelle Einschätzung der Unternehmensberatung Mummert Consulting.

Topthema des letzten Jahres war eindeutig M-Business. 85 Prozent der Privatkunden und fast alle Geschäftsleute stehen dieser mobilen Geschäftsabwicklung per Handy, Notebook oder Handheld-PC positiv gegenüber. Auch mit dem zweiten Topthema 2003 lagen trafen die Visionäre ins Schwarze: Wireless LAN (WLAN). Viele hoch frequentierte Orte wie Flughäfen, Hotels oder Bahnhöfe bieten ihren Kunden mittlerweile diesen drahtlosen Zugang ins Internet. Die Zahl der so genannten Hotspots wird voraussichtlich von derzeit rund 32.000 auf 135.000 im Jahre 2006 steigen. Die heutige Zahl von rund 1,5 Millionen Nutzern soll auf 23 Millionen anwachsen.

Demgegenüber erwiesen sich die Computer für die Westentasche, die so genannten Personal Digital Assistants (PDAs), als Flop. Einer aktuellen Studie zufolge werden die Computer im Miniformat zunehmend durch Mobiltelefone verdrängt. Denn moderne Handys verfügen ebenfalls über sinnvoll einsetzbare Funktionen wie Terminkalender und Adressbuch. So sank der Umsatz der PDAs von Palm, Handspring &Co. im vergangenen Jahr um mehr als fünf Prozent.

Die größten Flops der Vergangenheit

Auch die Vergangenheit der CeBIT war von zahlreichen Flops geprägt. So wurde 1997 das interaktive Fernsehen angekündigt und umjubelt. Es sollte die PC-Technologie ins Wohnzimmer bringen, doch kaum etwas ist davon bisher realisiert worden: Die Wiedervorlage des Themas erfolgt laut Expertenmeinung frühestens im Jahr 2006. Die Datenübertragung per Satellit war der Reinfall des Jahres 1998. Der Satellitenempfang sollte lange vor DSL das komfortable Internet der Zukunft liefern. Doch daraus wurde nichts: Das Internet aus dem Orbit hat bis heute keine bedeutsamen Marktanteile. Spracherkennungssoftware sollte mit der CeBIT 1999 den Siegeszug antreten - sie floppte. Auch heutzutage tippen wir Inhalte per Tastatur in den Computer. Dann der Mega-Flop im Jahre 2000: die Start-ups. Sie wurden auf der CeBIT noch wie Popstars gefeiert und fanden sich kein halbes Jahr später in der Dot.com-Krise wieder. Auch UMTS, Flopthema der CeBIT 2002, hinkt weiterhin den Versprechungen hinterher. Der Marktdurchbruch bleibt nach wie vor Wunschdenken der Hersteller.

Es gab auch Tops

Doch es gibt auch Erfolgsstories: Als Hit 2002 entpuppten sich Mobiltelefone mit Computerfunktion. Der Absatz dieser so genannten Smartphones kletterte 2003 um 181 Prozent auf 9,6 Millionen. Im Jahre 2001 lagen die Aussteller mit dem prognostizierten Siegeszug von DSL richtig: 2003 existierten in Deutschland schon rund 4,7 Millionen dieser breitbandigen und schnellen Internet-Anschlüsse, über 40 Prozent mehr als im Vorjahr. 2000 rückte das Thema IT-Sicherheit in den Fokus der Öffentlichkeit. Der Grund: Im Februar wurden große Online-Shops mit Tausenden von Scheinanfragen lahm gelegt. Dementsprechend rege war das Interesse an Sicherheitssoftware auf der CeBIT. Studien gehen davon aus, dass der weltweite Markt für diverse Schutzmaßnahmen von 17 Milliarden Dollar (2001) auf 45 Milliarden (2006) steigen wird.

Laufen Sie also in diesem Jahr mit offenen Augen über die CeBIT und nehmen Sie nicht jedes angekündigte Highlight für bare Münze. Denn vielleicht offenbart sich der vermeintliche Topseller hinterher als Flop.

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