Call Center wehren sich gegen schlechte Presse
Diesmal war es der SPIEGEL, der im immer wiederkehrenden Reigen der großen Wirtschaftstitel die gängigsten Call Center-Klischees publikumswirksam verbreitete. Für die Branche, schon seit längerem aktiver bemüht, das schiefe Bild in der Öffentlichkeit zurecht zu rücken, ein herber Rückschlag. Schließlich erzeugen Berichte über Kaltanrufe auf der Basis von Telefonbüchern, fieses Lohn-Dumping und undurchsichtige Prämienmodelle genau das Gegenteil.
Für Michael Martin ein Zeichen dafür, dass "einige Medien ... offenbar nicht in der Lage (sind), sich auf einer komplexeren Ebene mit der Call Center-Branche auseinander zu setzen." In einem Leserbrief äußerte der Vorsitzende des DDV-Councils TeleMedien und Call Center Service gegenüber dem SPIEGEL sein Bedauern: "Es werden wieder einmal Einzelfälle herausgepickt, um im Rundumschlag 330.000 Mitarbeiter kollektiv zu verunglimpfen."
Um den Gegenbeweis anzutreten, geht der DDV jetzt in die Offensive und gibt nun eine objektive Untersuchung von Outbound-Aktionen in Auftrag. Dabei sollen mehrere tausend Verbraucher in direktem Anschluss an Calls befragt werden, ob sie mit dem jeweiligen Anruf zufrieden waren. Mit den Ergebnissen will DDV-Vizepräsident Patrick Tapp (Foto links) Qualität und Professionalität der Branche belegen, um den Kritikern bei künftigen Diskussionen den Wind aus den Segeln zu nehmen.
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