BVG verwirrt Fahrgäste in Berlin
Gestern stellte die BVG ihr Liniennetz vor allem bei den Bussen und Straßenbahnen fast völlig um. Doch wer sich knapp eine Woche vorher informieren wollte, wie "seine" Linie in Zukunft fahren wird, blieb häufig ratlos.
Das neue Kursbuch oder der Atlas mit den geänderten Linien wurde erst ein, zwei Tage vor der Fahrplanumstellung am 12. Dezember 2004 ausgeliefert. Detaillierte Informationen vorab gab es fast nur im Internet und einen Tag vor der Umstellung in einer Fahrplanbeilage des Tagesspiegels, die auch Eisenbahn- und Flugverbindungen enthielt.
Beim Call Center der BVG in Berlin, das Auskünfte zum Fahrplan erteilen sollte, hing eine Anruferin fast eine halbe Stunde in der Warteschleife. Als sie danach immer noch keine Auskunft erhalten hatte, legte sie entnervt auf.
Wartezeiten von fast einer halben Stunde seien eine Ausnahme, sagte BVG-Sprecherin Petra Reetz. Im Call Center arbeiteten derzeit mit rund 30 Mitarbeitern etwa doppelt so viele wie sonst. Zudem sollten Fahrgäste, die sich über "BVG 2005 plus" informieren wollen, unter einer besonderen Nummer anrufen, die allerdings kaum bekannt gemacht worden ist. Dabei verspricht die BVG auch Rückrufe.
Die Anruferin, die in der Warteschleife gescheitert war, hatte allerdings auch unter der Sondernummer nichts mehr von der BVG gehört. Auf Anfrage zu diesem Problem habe man die Telefonanlagen jetzt so geschaltet, dass Anrufer, die sich beim Call Center melden, automatisch zu der anderen Nummer weiter geleitet würden, so Reetz. Schriftlich könne man sich ebenfalls an die BVG wenden.
Obwohl die BVG nach ihren Angaben eine bisher fast beispielslose Informationskampagne, die 5,1 Millionen Euro kostet, durchgeführt hat, merken viele Fahrgäste erst jetzt, was möglicherweise auf sie zukommen wird. Zum Beispiel, wenn in einer Straße, durch die bisher kein Bus fuhr, Haltestellenmaste aufgestellt werden. Hauswurfsendungen mit detaillierten Informationen sollten hier die Übersicht verschaffen, wurden aber nur stellenweise verteilt. Auch an den Haltestellen sind Informationen noch rar. In der Regel gibt es kaum Hinweise darauf, dass sich der Linienverlauf am nächsten Sonntag ändert oder dass Linien ganz eingestellt werden.
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