Bayerischer Hausärzteverband warnt vor Amerikanisierung
Der Bayerische Hausärzteverband (BHÄV) warnt in einem aktuellen Bericht der "Ärzte Zeitung" vor der "Amerikanisierung" des deutschen Gesundheitswesens. Der Betreuung von Patienten über Call Center fehle das nötige Vertrauensverhältnis.
Ein Beispiel für die befürchtete "Amerikanisierung" des deutschen Gesundheitswesens sei das im Januar von der DAK gestartete Pilotprojekt der Healthcare International GmbH zur besseren Versorgung von Chronikern in Bayern und Baden-Württemberg.
Nach Ansicht des Verbandes ein Indiz dafür, dass künftig Case-Manager, Care-Manager und Call Center sowie medizinische Versorgungszentren nach US-amerikanischen Vorbild flächendeckend an die Stelle von Hausärzten treten. Auch Bayerns Ministerpräsidenten Günther Beckstein äußerte Bedenken gegen eine generelle Krankenbetreuung durch Call Center ablehnt. Das Vertrauensverhältnis von Arzt und Patient baue auf einem persönlichen Kontakt auf. Deshalb setze die Staatsregierung auch künftig vor allem auf freiberuflich tätige Ärzte.
Die DAK hatte Ende vergangenen Jahres einen Vertrag mit dem Unternehmen Healthways GmbH geschlossen. In dem Pilotprojekt sollen geschulte Krankenschwestern und Pfleger Patienten parallel zur ärztlichen Versorgung am Telefon betreuen. Zunächst sollen 25.000 Versicherte teilnehmen.
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