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Aus für Call-by-Call: Flatrates verdrängen Sparvorwahlen

 – Alexander Jünger

Nach fast drei Jahrzehnten geht eine Ära zu Ende: Zum nächsten Jahreswechsel wird Call-by-Call in Deutschland endgültig abgeschaltet. Diese Sparoption beim Telefonieren, die einst bis zu 90 Prozent günstigere Minutenpreise als die Deutsche Telekom bot, verliert seit Jahren an Bedeutung. Im vergangenen Jahr entfielen nur noch 1,6 Prozent der Telefonminuten auf Call-by-Call, vor einem Jahrzehnt waren es noch 4,2 Prozent. 

Der Niedergang begann mit dem Ende des Telekom-Monopols 1998 und der zunehmenden Verbreitung von Flatrate-Tarifen. Moderne Kommunikationsdienste wie Facetime und WhatsApp, die kostenlose Gespräche ermöglichen, beschleunigten den Trend. 2020 endete schließlich die Regulierung des Call-by-Call-Marktes durch die Bundesnetzagentur.

In den 2000er Jahren war Call-by-Call in vielen deutschen Haushalten Standard. Vorwahlen wie 01051 oder Tele2 wurden auf Zetteln notiert und griffbereit neben dem Telefon platziert. Zur Jahrtausendwende war es ein lukratives Geschäft für Anbieter wie 01051 Telecom und Tele2. Als Alternative existieren noch Callthrough-Nummern, die technisch anders funktionieren als Call-by-Call. Der Verband der Telekom-Wettbewerber (VATM) warnt jedoch vor möglichen Gebühren bei nicht zustande gekommenen Gesprächen und rät Kunden, sich gut über die Tarife zu informieren.

Viele Anbieter haben sich auf die veränderte Marktsituation eingestellt und bieten inzwischen spezielle Auslandsflatrates an. Diese Anpassung spiegelt den Wandel im Verbraucherverhalten wider: Kunden bevorzugen zunehmend unkomplizierte Pauschaltarife gegenüber der aufwändigeren Suche nach günstigen Vorwahlen.

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Grafik oben:
Die Entwicklung der über Call-by-Call geführten Gesprächsminuten in Deutschland zeigt seit 1998 einen deutlichen Anstieg bis Mitte der 2000er Jahre, gefolgt von einem kontinuierlichen Rückgang bis heute. Im Jahr 1998 wurden monatlich etwa 1,2 Milliarden Minuten über Call-by-Call telefoniert. Der Höhepunkt wurde 2008 mit insgesamt 5,3 Milliarden Minuten pro Monat erreicht. Danach begann ein stetiger Rückgang, sodass 2018 nur noch etwa 0,4 Milliarden Minuten pro Monat über Call-by-Call und Preselection geführt wurden.

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