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Langzeitstudie: Mobile Work und Homeoffice besonders bei Jüngeren gefragt

 – Alexander Jünger

Eine Langzeitstudie der Universität Konstanz hat festgestellt, dass besonders jüngere Arbeitnehmer dem Arbeiten im Homeoffice positiv gegenüberstehen. Ein Sechstel von ihnen würde für garantierte Homeoffice-Tage sogar Gehaltseinbußen in Kauf nehmen.

Rein in das Homeoffice, raus aus dem Homeoffice, und dann wieder zurück – der wellenförmige Verlauf der Pandemie führt zu vielen Anpassungsphasen bei Arbeitnehmern und Betrieben und zu zahlreichen Zwischenformen zwischen Homeoffice in Vollzeit und klassischer Präsenzpflicht am Arbeitsplatz. Dabei ist die erforderliche Anpassungsleistung bei beiden Gruppen enorm. Die Konstanzer Homeoffice-Studie des Organisationsforschers Prof. Dr. Florian Kunze (Exzellenzcluster „The Politics of Inequality“, Universität Konstanz) und seiner Mitarbeiterin Sophia Zimmermann geht diesen Entwicklungen seit dem Frühjahr 2020 in einer empirischen Längsschnittstudie nach. Sie befragen dazu stets dieselben Personen, die für die Erwerbsbevölkerung mit Büro- und Wissenstätigkeiten repräsentativ ausgewählt wurden. So können sie die Entwicklung der Situation über die Zeit verfolgen.

„Unsere jüngste Befragung im November 2021 zeigt nicht nur, dass der Wunsch nach Homeoffice stabil geblieben ist“, sagt Florian Kunze. „Gerade unter den Jüngeren würden viele sogar in Kauf nehmen, etwas weniger zu verdienen, wenn sie dafür regelmäßig von zu Hause aus arbeiten dürften. Dabei ist die Arbeitsplatzsituation in Deutschland von einer hybriden Arbeitskultur, in der Homeoffice, mobile Arbeitsformen und Präsenzarbeit Hand in Hand gehen, noch recht weit entfernt.“

Einige der Erkenntnisse im Überblick:

  • Der durchschnittliche Wunsch der Arbeitnehmer nach Arbeit im Homeoffice liegt seit Beginn der Pandemie vor etwa 20 Monaten stabil bei circa 2,9 Tagen in der Woche.
  • Den 18 bis 35-Jährigen ist Homeoffice so wichtig, dass etwa ein Sechstel von ihnen sogar Gehaltseinbußen dafür in Kauf nehmen würde.
  • Nur 18 Prozent der Befragten meinen, dass Homeoffice Produktivität und Arbeitsprozesse stört. Unter den befragten Führungskräften liegt dieser Wert mit 26 Prozent deutlich höher.
  • 70 Prozent der Beschäftigten kommen trotz Präsenzarbeit noch vorwiegend digital zusammen.

Außerdem untersucht die Studie auch die Rolle der Betriebe für das Impf- und Infektionsgeschehen in Deutschland. Demnach wurde mehr als die Hälfte der Befragten vom Arbeitgeber zur Impfung aufgefordert oder bekam im Betrieb eine Impfung angeboten. Besorgniserregend scheint die Aussage von einem Drittel der Befragten: Sie gaben an, dass die 3G-Regelungen an ihrem Arbeitsplatz nicht eingehalten würden.

Über die Langzeitstudie:
Die Online-Befragung wurde über das Online-Umfrageinstitut Respondi durchgeführt und umfasste bisher 14 Befragungszeitpunkte. An der jüngsten Befragungswelle (12. bis 18.11.2021) nahmen 688 Personen teil, die die Erwerbsbevölkerung in Bürotätigkeiten repräsentativ nach Alter und Geschlecht abbilden.
Die Umfrage ging aus dem Projekt „Digitalisierung, Automatisierung und die Zukunft der Arbeit in postindustriellen Wohlfahrtsstaaten“ am Exzellenzcluster „The Politics of Inequality“ an der Universität Konstanz hervor.

Sie wollen mehr wissen?

  • Die wichtigsten Ergebnisse haben die Forschenden in einem Fact Sheet zusammengefasst, das hier (als PDF) heruntergeladen werden kann.
  • Eine ausführliche Erläuterung zum Fact Sheet steht hier zum Zugriff bereit.
  • Umfangreiche Informationen und Empfehlungen zum Umgang mit dem Arbeiten im Homeoffice in Zeiten der COVID-19-Pandemie liefert auch ein Policy Paper der Autoren aus dem Juli 2020, das hier heruntergeladen werden kann.

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