Digitale Kluft im Arbeitsmarkt: KI-Nutzung steigt ungleich

Künstliche Intelligenz (KI) wird im Arbeitsalltag immer präsenter, doch die Entwicklung verläuft ungleich. Das zeigt die zweite Konstanzer KI-Studie 2025, durchgeführt von Forschenden des Exzellenzclusters „The Politics of Inequality“ an der Universität Konstanz. Der Anteil der Beschäftigten, die KI-Tools wie ChatGPT oder spezialisierte Anwendungen zur Datenanalyse und Robotik im Job nutzen, ist gegenüber dem Vorjahr um elf Prozentpunkte gestiegen und liegt nun bei 35 Prozent.
Trotz dieses deutlichen Anstiegs ist KI längst kein Standard in deutschen Unternehmen. Die Studie macht vielmehr deutlich: Wer Zugang zu KI hat, hängt stark vom Berufsfeld, Bildungsniveau und der Unternehmensgröße ab. Besonders in wissensintensiven Berufen wie IT, Verwaltung oder Forschung hat sich der Einsatz rasant entwickelt. Fast jeder Zweite nutzt dort KI-Anwendungen. In produktionsnahen und handwerklichen Tätigkeiten hingegen liegt die Nutzungsquote nur bei 21 Prozent.
Auch das Bildungsniveau bleibt entscheidend: Akademiker greifen drei Mal so häufig auf KI zurück wie Beschäftigte mit geringem Bildungsabschluss. Gleichzeitig wächst die Bereitschaft zur Weiterbildung, allerdings ebenfalls vor allem bei bereits privilegierten Gruppen. „Ohne gezielte Förderung droht eine dauerhafte digitale Spaltung des Arbeitsmarkts“, warnt Carolina Opitz, Mitautorin der Studie.
Die Einstellung gegenüber KI ist gespalten: Während 46 Prozent der Befragten Risiken für den Arbeitsmarkt durch Automatisierung sehen, befürchten nur 20 Prozent konkrete Nachteile für den eigenen Job. Der Wandel bleibt für viele abstrakt, auch weil Unternehmen zögerlich agieren. Besonders kleine Betriebe investieren kaum in Weiterbildung oder klare Strategien zur KI-Nutzung.
„Es besteht die Gefahr, dass sich abgehängte Organisationen herausbilden, in denen der technologische Wandel kaum ankommt“, betont Studienleiter Prof. Florian Kunze. Die Forschenden fordern daher gezielte Investitionen in Bildung, betriebliche Weiterbildung und eine aktive Gestaltung des digitalen Wandels, um Chancen gerecht zu verteilen und neue soziale Spaltungen zu vermeiden.
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