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Skepsis in der Cloud

26.03.2012 - Skeptisch äußern sich IT-Experten im Nachgang der CeBIT über Datenspeicher im Internet. Aus Angst vor Spionage oder Datenverlust verweigern sich die meisten Unternehmen den Services netzbasierter Speicherdienste. Dies offenbart ein aktueller Expertenmonitor unter 100 Personen.

Eine klare Abfuhr erteilen Unternehmen der Cloud, wenn es um Geschäftsgeheimnisse geht. 94Prozent würden als sensibel eingestufte Daten nicht in externen Speichern ablegen. Dementsprechend glauben auch nur sieben der 100 Befragten, Daten seien in der Cloud sicherer aufgehoben als auf dem eigenen Firmenserver. Gut zwei Drittel der IT-Verantwortlichen fürchten Datenspionage, 50 Prozent sorgen sich gar vor Informationshehlerei. 42 beziehungsweise 27 der 100 interviewten Experten sehen Datenverlust oder Virenbefall als konkrete Gefahr in der Cloud, und immerhin acht Prozent befürchten Zugriffsprobleme im Falle unzureichender Internetverbindungen.

Michael Lange vom Schwarzwälder Drehteilehersteller Herzog GmbH erkennt allerdings neben den durchaus realen Gefahren auch die praktischen Vorteile von Cloud-Services. Gerade mit Blick auf mobile Endgeräte im Außendienst biete die Cloud eine hohe Flexibilität, so Lange. „Doch nur, wenn der Datenschutz eindeutig geklärt ist, kann ich mir letztendlich einen Einsatz vorstellen“, gibt der IT-Spezialist zu bedenken.

Meine Daten sind in der Cloud ...


Hier müssen die Servicedienstleister noch erheblich an ihrem Image feilen, denn nur 38 Prozent der befragten IT-Spezialisten vertrauen Cloud-Diensten in Puncto Datenschutz. Daran hat auch der öffentliche Aufmarsch der Branche auf der diesjährigen CeBIT nichts geändert. Nur einer der Umfrageteilnehmer hatte nach der weltgrößten Computermesse eine andere Meinung über Cloud Computing als zuvor. Unabhängige und validierte Auszeichnungen, wie etwa das BSI-Zertifikat ISO 27001 auf der Basis von IT Grundschutz, können Auftraggebern eine wichtige Orientierung bei der künftigen Wahl eines Outsourcing-Partners geben.

Auch mit Blick auf mögliche Ersparnisse durch externe Datenspeicherung können gängige Cloud-Services noch nicht punkten. Viele der Befragten schätzen die Kosten eigener und externer Speicher als etwa gleich hoch ein. Völlig unakzeptabel finden die Unternehmen werbefinanzierte Speicher – zumindest für den Businessbereich – wie sie derzeit von Google und Microsoft angeboten werden.

Über die Erhebung:
Der buw Expertenmonitor erfasst per Telefoninterview regelmäßig Stimmungsbilder zu aktuellen Themen. Die Meinung ausgewiesener Experten sichert die Aussagekraft der jeweiligen Erhebung. Für den vorliegenden buw-Expertenmonitor gaben 100 IT-Leiter aus gehobenen mittelständischen Unternehmen mit mehr als einhundert Beschäftigten Auskunft.

Foto: pixelio.de / Nicholas Thein

Autor(en): Alexander Jünger
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