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Studie zum deutschen Telekommunikationsmarkt 2019 erschienen

 –  Alexander Jünger

Der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e. V. (VATM) und die Unternehmensberatung Dialog Consult haben den "21. TK-Marktreport Deutschland 2019 vorstellt". Ausgewertet wurden Festnetz, Mobilfunk sowie der Markt für Mehrwertdienste.

Der Erlös der Telekommunikationsanbieter allgemein wird in diesem Jahr – getrieben durch den Mobilfunk – im Vergleich zu 2018 um eine halbe Milliarde Euro etwas zulegen. Betrug der Gesamtumsatz mit TK-Diensten in Deutschland im vergangenen Jahr 57,9 Milliarden Euro, werden es 2019 voraussichtlich 58,4 Milliarden Euro sein.

Mobilfunk schlägt Festnetz im Voicekanal
Das Festnetz-Sprachvolumen schrumpft in 2019 erneut um 30 Millionen Minuten pro Tag auf 263 Millionen Minuten (-10,2 Prozent) und das Mobilfunk-Sprachvolumen steigt leicht von 330 auf 345 Millionen Minuten pro Tag (+4,5 Prozent). Softwarebasierte OTT-Verbindungen stagnieren bei 265 Millionen Minuten und deckenn damit inzwischen ein Drittel der Gesamtverbindungsminuten ab im Sprachkanal. Das Sprachverkehrsvolumen insgesamt nimmt also weniger stark ab als in den drei Jahren zuvor.

Zum Jahresende wird es laut Marktstudie in Deutschland voraussichtlich 140,8 Millionen aktive SIM-Karten geben - ein Zuwachs von 3,8 Millionen (+2,8 Prozent). Damit kommen in Deutschland 1,7 SIM-Karten auf einen Bundesbürger. Interessant ist im Mobilfunk-Segment der Anstieg der mobilen Datennutzung. Der Marktreport rechnet hier bis zum Ende des Jahres mit einem Wachstum von 62 Prozent. Das durchschnittliche Datenvolumen pro SIM-Karte und Monat beträgt 2019 ganze 2,5 GigaByte (1,6 im Vorjahr). Zum Vergleich: 2014 lag der Durchschnitt noch bei 0,3 GigaByte.

Bei den Umsätzen mit Auskunfts- und Mehrwertdiensten erreichen alle Wettbewerber der Telekom zusammen 185 Millionen Euro (-5,6 Prozent) und damit 53,8 Prozent des Gesamtumsatzes in Höhe von 344 Millionen Euro. Die Telekom wird in diesem Bereich 159 Millionen (-9,1 Prozent) Euro Umsatz erreichen. Die Umsätze mit Servicerufnummern nehmen damit auch 2019 ein weiteres Mal im Vergleich zu 2018 ab (-7,2 Prozent). Damit sind diese in den vergangenen fünf Jahren insgesamt um fast 36 Prozent zurückgegangen.

„Kostenfreie Internetangebote kannibalisieren etliche Mehrwertdienste“, so Studienautor Prof. Dr. Torsten J. Gerpott, wissenschaftlicher Beirat der Unternehmensberatung DIALOG CONSULT und Inhaber des Lehrstuhls für TK-Wirtschaft an der Universität Duisburg-Essen. Die Wettbewerber erzielen mehr als die Hälfte ihrer Umsätze mit geographischen Servicenummern (33,6 Prozent) und 0800-Service-Rufnummern (23,8 Prozent). Der Umsatzrückgang erfolgt trotz der in diesem Jahr sogar erneut leicht steigenden Verbindungsminuten zu Auskunfts- und Mehrwertdiensten der TK-Wettbewerber. 158 Millionen Minuten verbuchen die alternativen Anbieter hier pro Monat. Bei den geographischen Servicerufnummern, die von den Wettbewerbern betrieben werden, geht die Minutenzahl noch etwas nach oben. 102 Millionen Minuten pro Monat und damit 64,6 Prozent entfallen auf sie. Die Nutzung der 0180-Nummerngasse bleibt mit 8 Millionen Minuten konstant. Die Zahlen für 0800-Servicerufnummern bei den Wettbewerbern steigen um 1 Million auf 46 Millionen Minuten pro Monat. Die übrigen Rufnummerngassen machen zusammen lediglich 2 Millionen oder 1,2 Prozent der Verbindungsminuten aus.

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