CallCenter Profi

Slukas kuriose Welt des Kundenservice: Österreich – Land der Gemütlichkeit

 –  Alexander Jünger

Robert Sluka, Vize-Präsident des österreichischen Call Center Forums, ist seit mehr als 20 Jahren im Customer Care-Bereich tätig und Kenner der Branche. Aber er ist vor allem eines: selbst Kunde. In unserer neuen Serie "Slukas kuriose Welt des Kundenservice" gibt der Call Center-Manager des Jahres 2003 lustige Einblicke in seine Service-Erlebnisse. Heute: Österreich – Land der Gemütlichkeit.

Gerade im kulturellen Austausch merke ich oft, dass gerade die deutschen Nachbarn ein Bild von Österreich haben, dass sich aus alten Hans Moser-Streifen und Sissi-Verfilmungenn zu speisen scheint. Dabei ist Österreich viel mehr ein Touristikland mit viel Flair und unglaublich viel Serviceorientierung. Umso schöner ist es für mich als patriotischen und die Tradition pflegenden Österreicher, wenn ich auf Kuriositäten im eigenen Land stoße. Und glauben sie jetzt bitte nicht, dass wir Ösis nach dem Aufstehen gleich mal Reinhard Fendrichs „I am from Austria“ singen und permanent Sacher-Torte essen. Das würde schon allein aus cholesterintechnischer Sicht nicht funktionieren. Aber wie der Schwabe sagt: "Wenn ma schaffe, schaffe ma ordentlich!" Ausnahmen bestätigen natürlich auch hier die Regel.

"Karin Kasaj" ist ein österreichisches Modeunternehmen mit mehreren Stores in Wien. Auf deren Webseite bin ich mal auf folgenden Hinweis gestossen: "Online Shop wegen Urlaub vom 26. Juli bis 25. August gesperrt".


Ja das nenne ich mal österreichische Gemütlichkeit. Leider habe ich vergessen, nach dem 25. August noch einmal auf die Internetseite zu schauen. Eigentlich wollte ich nämlich wissen, ob der Onlineshop vielleicht Urlaubsfotos gepostet hat. Es hätte mich schon interessiert, ob der Onlineshop vielleicht in Griechenland oder doch in Italien Entspannung gesucht hat. Auch die Fragen, ob es in Österreich vielleicht auch noch Onlineshops gibt, die vielleicht am Mittwoch Ruhetag haben oder über Mittag schließen, gehen mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf

Österreich hat ja einige internationale Designer hervorgebracht – umso schmerzlicher war es, als ich vor kurzem in der Auslage eines Wiener Modegeschäfts folgendes Lesen musste:


"Filz Desein"? Das schmerzt schon sehr! Ich musste sofort an meinen deutschen Chef denken, der mir oft sagte, dass er in Österreich in der grammatikalischen und linguistischen Diaspora angelangt sei. Seit diesem Schild kann ich ihm wirklich nicht mehr widersprechen.

(Anmerkung der Redaktion: Auch wir sehen das genau so. Deshalb haben wir die österreichische Mundart Robert Slukas ins Hochdeutsche transkribiert.)

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