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Marktstudie zeigt: Inkasso-Branche wächst deutlich

 –  Alexander Jünger

Der Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen e. V. (BDIU) hat seine aktuelle Marktstudie zur Branche vorgestellt. Demnach hat die Branche ein deutliches Wachstum hingelegt: Das Forderungsvolumen, das von Inkassounternehmen aktuell verwaltet wird, kletterte um zehn Prozent auf fast 60 Milliarden Euro. Wie die Studie ebenfalls zeigt, erfreut sich der Inkassobereich einer hohen Arbeitgeber-Attraktivität. Die Anzahl der Arbeitsplätze stieg um 3.000 - knapp 40 Prozent der Unternehmen bildet selbst aus.

Pro Jahr bearbeiten Inkassounternehmen in Deutschland 22,3 Millionen außergerichtliche Mahnungen. 87 Prozent davon erledigen sie, ohne dass ein Gericht tätig werden muss. Damit entlasten die Rechtsdienstleister die Justiz in einem ganz erheblichen Ausmaß. Das ist eines der zentralen Ergebnisse einer neuen Branchenstudie zum deutschen Inkassomarkt, die der Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen e. V. (BDIU), Berlin, jetzt vorstellt. Durchgeführt wurde die Untersuchung von der Hamburger Managementberatung Bülow & Consorten. Diese hatte bereits vor vier Jahren eine Studie zum deutschen Inkassomarkt erstellt.

Die neuen Ergebnisse belegen ein gesundes Wachstum der Branche. Das Forderungsvolumen, das von Inkassounternehmen aktuell verwaltet wird, wuchs um zehn Prozent auf fast 60 Milliarden Euro. Dabei arbeiten die Unternehmen sehr erfolgreich. Während die Anzahl der außergerichtlichen Mahnungen um mehr als ein Zehntel gestiegen ist, hat sich die Zahl der Übergaben ins gerichtliche Mahnverfahren um mehr als zehn Prozent reduziert. Pro Jahr erzielen die Inkassounternehmen 19,3 Millionen außergerichtliche Erledigungen – was neben ihren Auftraggebern auch der Justiz und damit der Allgemeinheit zugutekommt.


Die Studie attestiert der Inkassowirtschaft auch eine hohe Arbeitgeber-Attraktivität. Allein im Jahr 2015 wurden rund 1.200 Mitarbeiter neu eingestellt, darunter etwa 350 Auszubildende beziehungsweise Trainees. Insgesamt ist die Zahl der Mitarbeiter um rund 3.000 auf 19.000 gestiegen. Eine gute Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter ist den Inkassofirmen wichtig. Pro Jahr beginnen in knapp 40 Prozent der Unternehmen zwei oder drei Mitarbeiter eine Berufsausbildung (vor vier Jahren lag dieser Wert bei 17 Prozent). Die Zahl der bei den Rechtsdienstleistern beschäftigten Juristen hat sich auf fast 1.000 nahezu verdoppelt.

Das höhere Qualifizierungsniveau geht einher mit einem Ausbau des Serviceangebots. Neben dem klassischen Forderungsmanagement sowie Adressermittlung, Inbound- und Outbound-Calls sowie Bonitätsprüfungen, bietet ein Großteil der Unternehmen auch Debitorenmanagement sowie den Ankauf notleidender Forderungen oder Factoring an. Fast alle Unternehmen sind mehrsprachig in der Schuldneransprache. 80 Prozent bieten neben Deutsch mindestens eine weitere Sprache zur Kommunikation an (vor vier Jahren traf das nur auf gut die Hälfte der Firmen zu). In knapp einem Drittelt der Unternehmen werden sogar mehr als vier Sprachen gesprochen.

Interessant auch der Blick auf die Branchen, in denen die Inkasso-Wirtschaft aktiv ist. Hauptauftraggeber sind Firmen aus dem Bereich E-Commerce beziehungsweise Versandhandel (53 Prozent der Studienteilnehmer haben entsprechende Kunden), direkt gefolgt von der Dienstleistungswirtschaft (51 Prozent), Energieversorgern (49 Prozent), dem Handwerk (46 Prozent), Versicherungen (41 Prozent) und dem Gesundheitswesen (39 Prozent). Durchschnittlich erbringt ein Inkassounternehmen Rechtsdienstleistungen für Gläubiger aus sieben verschiedenen Wirtschaftszweigen. Die meisten der von Inkassounternehmen bearbeiten Forderungen betreffen Verbraucher - etwa zehn Prozent sind Forderungen gegenüber Geschäftskunden. Und: Die Forderungen werden höher: Aktuell beträgt eine Inkasso-Forderung im Schnitt 683 Euro. Vor vier Jahren lag dieser Wert noch bei 646 Euro.

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