CallCenter Profi

Fundstück: Wenn der Nörgler zehntausendmal klingelt

 –  Alexander Jünger

Dass Call Center-Betreiber auch mal eine Haftstrafe riskieren, wenn sie dauerhaft und unaufgefordert bei Privatpersonen nerven, ist bekannt. Dass das auch umgekehrt funktioniert, zeigt ein aktuelles Beispiel aus Japan. Ein 71-jähriger Kunde der Telefongesellschaft KDDI hat die Hotline des Unternehmens so oft genervt, dass er jetzt in Gewahrsam genommen wurde.

Grund für die extreme Maßnahme war nach Angaben eines Sprechers der Polizei in Tokio „betrügerische Geschäftsbehinderung“. In den vergangenen beiden Jahren hatte sich der Kunde rund 24.000 mal im KDDI-Call Center gemeldet - in der letzten Novemberwoche dieses Jahres allein 411 Mal. Gründe für seine Anrufe seien lokalen Medien zufolge „unfaire Geschäftspraktiken“ oder „Vertragsbruch seitens der Telefongesellschaft“ gewesen. Einmal habe er sich auch darüber beschwert, dass sein Telefon kein Radio empfangen könne.

Wie die BILD-Zeitung berichtet, hatte KDDI eigentlich nicht vorgehabt, den Fall weiterzuverfolgen. Da sich unter den Call Center-Mitarbeitern bei KDDI aber Missstimmung ob des nervigen Senioren verbreitete, entschied man sich schließlich doch, die Behörden zu informieren. Wie die BILD schreibt, dauert die Prüfung des Falles "noch an, doch dem Nerv-Opa droht eine Verurteilung".

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