CallCenter Profi

Fundstück: Betrug bei "Voice Kids" in Russland

 –  Alexander Jünger

Das Fernsehformat "Voice Kids" in dem Kinder und Jugendliche unter der Anleitung von prominenten Musikcoaches um die Gesangskrone kämpfen, läuft nicht nur hierzulande, sondern auch in Russland. Hier gab es bei der letzten Staffel Unregelmäßigkeiten, in deren Konsequenz der "Gewinnerin" der Sieg aberkannt wurde. Der Vorwurf: Betrug.

Es gibt immer wieder Unterstellungen, dass es bei der ein oder anderen Telefonabstimmung nicht ganz mit rechten Dingen zugeht (CallCenterProfi berichtete etwa 2014 von einem Fall). Jetzt gab es einen belegbaren Fall in Russland.

Im Finale der russischen Variante von "Voice Kids" trat unter anderen die elfjährige Mikella Abramova auf, die später auch als Siegerin verkündet wurde. Die Tochter einer in Russland bekannten Popsängerin erreichte die absolute Mehrheit von 56 Prozent in der Endabstimmung, an der sich die Zuschauer per Telefon oder SMS beteiligen konnten. Natürlich ließen Beschwerden nicht lange auf sich warten und so sah sich der Fernsehsender Channel One gezwungen, das Abstimmungsergebnis von internationalen Experten untersuchen zu lassen. Und die wurden fündig! Von 300 Telefonnummern (die inzwischen abgeschaltet sind) wurden insgesamt 30.000 Anrufe und 8.000 SMS abgesetzt - für eine einzige Kandidatin und zwar für Mikella. Wie einige Internetnutzer in diversen Foren mutmaßen, könnte der Großvater der "Gewinnerin" hinter der Manipulation stecken. Bei ihm handelt es sich um einen wohlhabenden Manager des russischen Mineralöl-Konzerns Lukoil.

Inzwischen wurde Mikellas Sieg vom Fernsehsender annuliert und die Wiederholung des Finales angekündigt. Ob dann alles mit rechten Dingen zugeht? Nicht wenn es nach dem Blogger "StalinGulag" geht. Der äußerte sich in diesem Zusammenhang mit der vieldeutigen Botschaft: "Wir haben gelernt, dass es keine fairen Wahlen in Russland gibt. Gar keine."

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