CallCenter Profi

Branchenprimus Bertelsmann erwägt Verkauf von Arvato-Call Centern

 –  Alexander Jünger

Wie der Nachrichtendienst Reuters meldet, stellt der Medienkonzern Bertelsmann seine Call Center-Sparte auf den Prüfstand - trotz milliardenschwerer Geschäfte in diesem Segment. "Ein Verkauf von Teilen der Dienstleistungstochter Arvato sei am wahrscheinlichsten, möglich seien aber auch Partnerschaften mit anderen Unternehmen", wird Bertelsmann-Chef Thomas Rabe von Reuters zitiert. Die Aussage tätigte er gestern nach einer Aufsichtsratssitzung am Bertelsmann-Stammsitz in Gütersloh.

Die Call Center-Sparte von Bertelsmann , die unter dem Markennamen Arvato agiert, erwirtschaftete zuletzt einen Jahresumsatz von einer Milliarde Euro mit 36.000 Mitarbeitern weltweit. Rabe begründete die Verkaufsabsichten mit der fortschreitenden Digitalisierung, die enorme Investments fordere. Zwar sei man bei Bertelsmann auch weiterhin vom großen Potenzial im Outsourcing-Bereich überzeugt, allerdings stehe man "auch vor großen Herausforderungen, insbesondere technologischen Entwicklungen, die erhebliche Investitionen in neue Fähigkeiten erfordern”, zitiert Reuters. Ob wirklich am Ende ein Verkauf stattfindet, werden die kommenden Monate zeigen. Nach einer internen Überprüfung sollen dann erste Ergebnisse oder weitere Schritte bekannt geben werden.

Wie zu lesen war, betreffen die Verkaufsabsichten nur die Call Center-Aktivitäten der Bertelsmann-Tochter Arvato. Andere Segmente wie etwa Finanz- und IT-Dienstleistungen sowie die Kundenbetreuung in französischsprachigen Ländern sind von diesen Plänen ausgenommen.

Im jährlichen CallCenterProfi-Ranking der umsatzstärksten Call und Contact Center im deutschsprachigen Raum belegt Arvato seit mehreren Jahren Platz 1. Laut der aktuellen Fassung (mit den testierten Geschäftszahlen aus 2016) erwirtschaftete Arvato CRM ein Nettoroheinkommen von 1,3 Milliarden Euro mit 11.300 Mitarbeitern an 28 Standorten.

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