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BNetzA-Jahresbericht: Mobilfunk schlägt Festnetz

 –  Alexander Jünger

Die Bundesnetzagentur hat heute ihren Jahresbericht für das Jahr 2018 vorgestellt, darunter auch die Marktentwicklung im Segment Telekommunikation. Wichtigste Botschaft: Erstmals wurde mehr mobil telefoniert als im Festnetz. Rund 119 Milliarden abgehende Gesprächsminuten mobil standen nur noch 107 Milliarden Gesprächsminuten im Festnetz gegenüber.

Hinzu kommt ein weiter rasant ansteigendes Datenvolumen, sowohl im Festnet als auch in den Mobilfunknetzen. Bis Ende 2017 betrug das im Festnetz erzeugte Datenvolumen rund 39.000 Millionen Gigabyte. Über die Mobilfunknetze wurden 2018 rund 1.993 Millionen Gigabyte Daten übertragen. Im Vorjahr waren es "nur" 600 Millionen Gigabyte - eine Steigerung um 44 Prozent. Einen Grund für diesen deutlichen Zuwachs sieht die Bundesnetzagentur auch in der verstärkten Nutzung mobiler Daten im EU-Ausland. Zurückzuführen ist das auf die Tatsache, dass Verbraucher ihren inländischen Tarif seit geraumer Zeit zu gleichen Konditionen auch im EU-Ausland nutzen können. Der im Ausland generierte Datenverkehr hat sich im letzten Jahr - von 33,8 Millionen Gigabyte im Jahr 2017 auf 66,4 Millionen Gigabyte im Jahr 2018 - annähernd verdoppelt.

Annähernd halbiert hat sich die Zahl der versendeten Kurznachrichten über SMS in den vergangenen vier Jahren (Grafik links). Wurden 2015 noch 16,6 Milliarden SMS verschickt, waren es 2018 nur noch 8,9 Milliarden.

Auch die Verbraucheranfragen und -beschwerden aus dem Bereich Telekommunikation werden von der Bundesnetzagentur in ihrem Jahresbericht betrachtet. Mit insgesamt einer Viertel Million sind diese weiter sehr hoch (nach 290.00 im Jahr 2017 und 220.000 in 2016). Dabei erreichten die Beschwerden zu unerlaubter Telefonwerbung mit 62.000 Anfragen einen neuen Höchststand. Die Bundesnetzagentur hatte deshalb im vergangenen Jahr einen besonderen Fokus auf der Verfolgung von Intensivtätern, die entweder durch ein besonders belästigendes Verhalten oder eine besonders hohe Zahl an geschädigten Verbrauchern auffielen. Insgesamt wurden 2018 Bußgelder in Höhe von 1,1 Millionen Euro verhängt - zweimal sogar das höchstmögliche Bußgeld in Höhe von 300.000 Euro.

Auch das Beschwerdeaufkommen im Bereich Rufnummernmissbrauch wächst weiter kontinuierlich. Im Bereich der so genannten Ping-Anrufe zeigt die Arbeit der Bundesnetzagentur jedoch bereits Wirkung. Hier war angeordnet worden, dass für bestimmte internationale Vorwahlen im Mobilfunk kostenlose Preisansagen geschaltet werden müssen, um Verbraucher vor teuren Rückrufen zu schützen. In der Folge ist das Beschwerdeaufkommen in diesem Segment deutlich gesunken.

Der komplette Jahresbericht der Bundesnetzagentur kann auf der Webseite des Regulierers im Wortlauf nachgelesen werden (hier PDF downloaden).

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